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Vor vier Jahren hat ProSiebenSat.1 ein internationales Produzentennetzwerk gegründet: Die Red Arrow Entertainment Group. Sie ist heute mit 14 Produktionsunternehmen in neun Ländern vertreten und produziert TV-Hits für den weltweiten Fernsehmarkt. Die US-Show „The Taste“ zeigt, wie Red Arrow neue Ideen entwickelt – und ProSiebenSat.1 entlang erfolgreicher TV-Formate eine profitable Wertschöpfungskette baut.

 
 

Ein ganzes Gericht auf einem Löffel anzurichten: Das ist die große Herausforderung bei „The Taste“.

Nur der Geschmack zählt: In DEUTSCHLAND …

… genauso wie in den USA, wo „The Taste“ startete …

… und in CHINA, wo die Kandidaten in Woks für die Jury kochen.

 

USA, China, Deutschland. Auf der ganzen Welt stellen sich Hobby- und Profiköche neuerdings einer einzigartigen Herausforderung: ein ganzes Gericht unter enormem Zeitdruck auf nur einen Löffel zu zaubern. „The Taste“ ist eine Koch- und Castingshow, wie es sie zuvor noch nie gab. Red Arrow hat die Idee gemeinsam mit seiner US-Tochter Kinetic Content entwickelt – und zu einem globalen TV-Ereignis gemacht. In mehr als 80 Länder ist das Format inzwischen verkauft. In Deutschland lief die Show erfolgreich in SAT.1. Angefangen hat alles, wie so oft, mit einer guten Idee.

Entwicklung: Wie eine Idee entsteht
Los Angeles im Februar 2012. Es ist früh am morgen, als Emma Conway (36) von der US-Produktionsfirma Kinetic Content den entscheidenden Einfall hat. Zusammen mit ihrem Chef Chris Coelen ruft sie noch vor dem Frühstück Michael Schmidt (41) in München an. Er leitet als einer der Geschäftsführer den Kreativbereich des internationalen Produktionsnetzwerks Red Arrow Entertainment und ist sofort von Emmas Idee überzeugt: Eine Koch- und Castingshow, bei der Profiköche nicht nur Kandidaten coachen, sondern auch Rivalen sind. Am Ende verkosten sie die Gerichte blind – und werfen möglicherweise ihren eigenen Schützling aus der Show. Spannung, große Emotionen, Schmidt wusste sofort: „Das hat Potenzial!“

Von jetzt an läuft vieles parallel. Emma Conway und ihr Kollege Chris Coelen (45) stellen bei Kinetic Content ein Entwicklerteam zusammen. Denn noch gibt es nicht mehr als eine Idee auf einem Stück Papier. Trotzdem arbeiten sie mit Michael Schmidt bereits intensiv an einer Vertriebsstrategie. „Uns war schnell klar, die Idee ist so stark, dass wir damit direkt zu einem US-Sender gehen“, erzählt Schmidt. Das ist bei nur wenigen Konzepten der Fall. Häufig wollen amerikanische Networks sehen, dass sich eine Show bereits in einem kleineren Markt bewiesen hat. Andererseits gilt auch für TV-Formate: If you make it here … Greift ein US-Network nach einer TV-Show, hat das Signalwirkung. Mit einem Schlag ist weltweite Aufmerksamkeit da. Schmidt, Conway und Coelen haben deshalb ein klares Ziel. Sobald die Grundidee steht, spricht Coelen amerikanische Spitzenköche an — und landet einen Coup: Nigella Lawson und Anthony Bordain — zwei Starköche aus dem US-Fernsehen — sagen prompt zu. „Dass beide anbissen und sofort begeistert waren, war der erste Jackpot“, sagt Schmidt. Der zweite lässt nicht lange auf sich warten. Mit einer innovativen Idee, dem ersten Moodtape und zwei großen Namen im Gepäck, geht es zum US-Sender ABC. „Das Konzept passte, gleichzeitig fehlte bei ABC noch eine Kochshow im Programm.“ Die drei TV-Profis beweisen den richtigen Riecher: ABC bestellt die erste Staffel von „The Taste“. Und Kinetic Content bekommt den Zuschlag für die Produktion.

WERTSCHÖPFUNGSKETTE EINES TV-FORMATS BEI DER PROSIEBENSAT.1 MEDIA AG

Begeisterung nach dem 360-Grad-Prinzip vervielfältigen – und das Format mit digitalen Mitteln in alle Richtungen verlängern.
+Mehr-Weniger Details
Regionale Adpationen des Formats produzieren – und dabei von der Erfahrung eines internationalen Produktionsnetzwerks profitieren.
Genau die richtigen Werbepartner für das Format finden – und sie daran binden: mit hoch attraktiven Werbeformen, weit über den klassischen TV-Spot hinaus.
Das internationale Potenzial eines Formats identifizieren – und das Format weltweit verkaufen.
Mitreißende Formate entwickeln – für den weltweiten TV-Markt und die eigenen Sender.

Die Wertschöpfungskette eines Erfolgsformats
Die ProSiebenSat.1 Group kann auch unter den Bedingungen eines globalisierten und digitalisierten Medien-Marktes die komplette Wertschöpfungskette abdecken: Von der Konzeption eines Formats über Vertrieb, Produktion und Vermarktung bis zur Präsenz in Online-Medien. Für alles das ist der Konzern mit seiner Segmentstruktur ideal aufgestellt.

Zum Feiern bleibt Michael Schmidt, Emma Conway und Chris Coelen aber nicht viel Zeit: Es gibt noch viel zu tun. Jetzt muss die Show im Detail ausgearbeitet werden. Lange diskutieren sie, wie die Blindverkostung am besten umgesetzt wird. „Der Sender hatte sich in die Idee verliebt, unseren Coaches die Augen zu verbinden – ähnlich wie beim Pepsi-Test. Ich war nicht überzeugt.“ Mimik, Augen, Gestik sind wichtig für die Kommunikation. „Ein Stück Stoff im Gesicht hätte nur gestört und auch den Austausch zwischen den Coaches behindert“, sagt Schmidt. So entsteht die Idee, ein ganzes Gericht auf nur einen Löffel zu packen. Ein zentrales visuelles Element – nicht nur für die Show. „Der Löffel ist das perfekte Produkt, um einen Werbepartner einzubinden“, sagt Schmidt. Gemeinsam mit seinem Entwicklerteam hat er von Anfang an das Gesamtpaket im Kopf: Online, Social Media, Vermarktung und natürlich die Möglichkeit, die Show weltweit zu platzieren – all das fließt schon in die Konzeption ein. Rückblickend sagt Schmidt: „Bei ‚The Taste‘ war früh klar: Hier stimmt alles!“ Dass er damit Recht behalten sollte, zeigt sich am 22. Januar 2013: „The Taste“ startet als erfolgreichste ABC-Show seit über zwei Jahren. Damit hat das Format die Bewährungsprobe im härtesten TV-Markt der Welt bestanden.

„Wir denken von Anfang an ans Gesamtpaket: Online, Social Media, Vermarktung, regionale Adaptionen.“

 
MICHAEL SCHMIDT
Geschäftsführer, Red Arrow
Entertainment Group

Vertrieb: Wie man ein Konzept weltweit vermarktet
Als man bei Red Arrow auf den US-Erfolg anstösst, hat sich „The Taste“ schon um die halbe Welt verkauft. Denn fast ein Jahr zuvor, direkt nach der Zusage von ABC, hatte Michael Schmidt bereits die Vertriebstochter Red Arrow International eingebunden. Das Unternehmen mit Verkaufsbüros in München, Los Angeles und Hongkong ist gerade dabei, eine der wichtigsten internationalen Messen vorzubereiten: die MIP TV in Cannes. Zwei Mal pro Jahr trifft sich hier die Fernsehbranche — immer auf der Suche nach dem nächsten großen Trend. Yan He (48) betreut als Chef-Verkäuferin bei Red Arrow International die Regionen Asia Pacific, Middle East, Africa und kann kaum glauben, was sie hier erlebt: Nach der Messe sind nicht nur die ersten sieben Optionen bestellt, in manchen Ländern geraten die Sender in einen regelrechten Bieterstreit. In Australien kämpfen die beiden quotenstärksten Sendergruppen um den Wettkampf der Köche: „So etwas ist seit Jahren nicht passiert“, sagt Yan He. Innerhalb weniger Monate verkauft sich „The Taste“ in über 80 Länder, darunter große Märkte wie Großbritannien, Frankreich oder Lateinamerika. 25 TV-Sender entwickeln eine eigene Adaption. Auch in Deutschland gibt es mehrere Interessenten — und es ist nicht selbstverständlich, dass SAT.1 den Zuschlag erhält. „Bei dieser Entscheidung zählen für uns zwei Aspekte: Angebot und Umfeld“, sagt Schmidt. „Wir achten sehr genau darauf, ob Format und Sender wirklich zusammen passen und suchen immer nach der idealen Kombination.“ Denn jeder einzelne Erfolg kurbelt den internationalen Verkauf weiter an. In Deutschland fällt die Entscheidung leicht. SAT.1 macht nicht nur die attraktivste Offerte, sondern bietet auch das perfekte Zuschauer- und Werbeumfeld für „The Taste“ — Die Produktion kann beginnen.

WELTWEITE VERMARKTUNG VON „THE TASTE“

>80 Länder
Das Erfolgsrezept von „The Taste“ begeistert überall auf der Welt – die Originalfassung aus den USA genauso wie regionale Adaptionen. Insgesamt wurde das Format schon in über 80 Länder verkauft. Am Anfang war Amerika: Die erste Staffel von „The Taste“ legte beim US-Network ABC den erfolgreichsten Programm-Neustart im Non-Fiction-Bereich seit zwei Jahren hin. Diese Originalversion hat der konzerneigene Vertriebsspezialist Red Arrow International bis jetzt (Stand 03/2014) in in mehr als 80 Länder verkauft, u.a. nach Indien, Singapur und Neuseeland. In 25 Ländern haben sich Sender die Rechte an einer lokalen Adaption gesichert: z.B. in Großbritannien, China, Frankreich, Benelux, Russland, Australien – meist produziert von einem Unternehmen aus dem ProSiebenSat.1-Verbund.
 
 

„Ich war von Anfang an verliebt in diese Show. Essen ist eben total wichtig für das chinesische Volk.“

 
YAN HE
Senior Vice President
Sales, Asia Pacific, Middle East, Africa, Red Arrow International
 

Produktion: Wie „The Taste“ nach Deutschland kommt
Das weltweite Produktionsnetzwerk Red Arrow liefert nicht nur Hits für den internationalen TV-Markt, sondern versorgt auch die eigenen Sender mit attraktiven Programmen. Mario Kristls (33) Begeisterung für „The Taste“ ist spätestens nach dem ersten Verkaufs-Pitch geweckt, bei dem ihm die Red Arrow-Kollegen die neue Show vorstellen. Michael Schmidt hatte zuvor schon angekündigt: „Da rollt was Tolles auf Euch zu.“ Kristl ist als Programm-Manager und Vice President für die Entertainment-Sparte bei ProSiebenSat.1 zuständig: „Natürlich ist für SAT.1 als Familiensender das Thema Kochen generell interessant. Mit dem außergewöhnlichen Ansatz der Show können wir außerdem neue Zielgruppen erreichen – und unser Markenprofil weiter schärfen.“ Für Kristl kommt „The Taste“ genau im richtigen Moment: „Damit haben wir das Casting-Genre in Deutschland zum dritten Mal neu definiert. Zuerst beim Gesang mit ,The Voice of Germany‘, dann beim Tanzen mit ,Got to Dance‘. Und jetzt also Kochen.“ Inzwischen ist ein zweiter Mann an Bord: Jobst Benthues (44). Er ist Geschäftsführer der Redseven Entertainment GmbH, die ebenfalls zum globalen Netzwerk der Red Arrow Entertainment Group gehört. Er adaptiert die US-Kochshow für den deutschen Fernsehmarkt und produziert „The Taste“ für SAT.1. Für Benthues ist das Format weit mehr als eine Kochshow: „Wir nehmen unsere Zuschauer mit auf eine Heldenreise. Gewinner, Verlierer, der Ehrgeiz der Coaches und der Wettstreit zwischen ihnen: Das ist Fernsehen für ein großes Prime-Time-Publikum.“

MARIO KRISTL holte „The Taste“ für SAT.1 nach Deutschland.

Jobst Benthues hat sich bereits mit Michael Schmidt und den US-Kollegen ausgetauscht und weiß deshalb, dass bei „The Taste“ vor allem zwei große Herausforderungen auf ihn warten: die Besetzung der Jury und die Logistik. Um die Jury kümmert sich Benthues zuerst: Er erstellt eine Liste möglicher Kandidaten, streicht Namen weg, schreibt welche dazu – und telefoniert, mailt, erklärt, überzeugt. Als nötige Qualifikationen sind schließlich nicht nur überragende Kochkünste gefragt, sondern auch eine ausgeprägte Entertainment-Begabung. Frank Rosin ist schnell gesetzt. Dann die Frage: „Kriegen wir Tim Mälzer, als Gegenpol? Der wollte eigentlich kein Fernsehen mehr machen“, erzählt Benthues. Wieder zeigt sich die Stärke des Konzepts, das sich zu diesem Zeitpunkt schon mit der ersten US-Staffel bebildern lässt. Tim Mälzer sagt begeistert zu: „Die hauen ganz schön auf den Keks. Ein gigantisches Studio! Dazu Coaches, die sich echt lächerlich machen können, wenn sie Essen rausschmeißen, das von ihnen selbst trainiert worden ist. Spannend!“ Dann wird noch Lea Linster, Grand Dame der europäischen Spitzenküche, gewonnen – und Alexander Herrmann, Franke mit Stern. Jobst Benthues geht mit seiner „Traumjury“ erst einmal gut essen: „Danach wusste ich, das sind nicht nur Vollprofis – die wollen alle eine gute Show. Das Vertrauen war sofort da.“

MARKTANTEIL IN DEUTSCHLAND

12,5 Prozent
Als die erste Sendung von „The Taste“ am 13. November 2013 in SAT.1 on Air geht, erzielt sie bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern einen Marktanteil von 12,5 Prozent. Der Wert liegt rund 67 Prozent über dem Marktanteil, der zuvor auf diesem Sendeplatz durchschnittlich erreicht wurde.
 
 

Nun profitiert Benthues davon, dass die Produzenten des amerikanischen „The Taste“-Originals auch Teil des Red Arrow-Verbunds sind. Bei den Kollegen bucht er einen mehrtägigen Crash-Kurs, fliegt in die USA und fragt sie Löcher in den Bauch: Was hat besonders gut geklappt? Wo lauern Fallstricke? Vor allem aber stellt er viele ganz praktische Fragen: „Wie haltet ihr die Löffel warm? Wie organisiert ihr die komplexe Food-Logistik – die Einkäufe und die Kühlung?“ So wird sichergestellt: Ein Fehler passiert bei einer neuen Produktion kein zweites Mal. Das deutsche Studio ist riesig. Wenn in 16 Küchen gleichzeitig gearbeitet und gefilmt wird, kann es heiß hergehen. Deshalb lässt Benthues ein Miniaturset aufbauen, um die Laufwege von Kandidaten, Coaches, Technikern, Kameraleuten mit Playmobilfiguren durchzuspielen. Dann ist alles vorbereitet, die Castings laufen an – die komplette Staffel wird im August 2013 in nur drei Wochen produziert. Als die erste Sendung von „The Taste“ am 13. November 2013 in SAT.1 on Air geht, erzielt sie bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern einen Marktanteil von 12,5 Prozent. Der Wert liegt rund 67 Prozent über dem Marktanteil, der zuvor auf diesem Sendeplatz durchschnittlich erreicht wurde.

„Wir nehmen unsere Zuschauer mit auf eine Heldenreise: Das spricht ein großes Publikum an.“

 
JOBST BENTHUES
Geschäftsführer Redseven
Entertainment

Vermarktung: Wie ProSiebenSat.1 mit „The Taste“ neue Werbekunden gewinnt
Wenn bei einem ProSiebenSat.1-Sender in München eine neue Prime-Time-Show geplant wird, sitzt Petra Kroop, Director Brand Integration bei der SevenOne AdFactory, von Anfang an mit am Tisch. Die ProSiebenSat.1-Tochter entwickelt sogenannte 360-Grad-Konzepte für Werbekunden, die alle Plattformen mit einbeziehen: TV, Online, Mobile. Als klar war, dass „The Taste“ in SAT.1 on Air geht, hat Petra Kroop mit ihrem Team zunächst einmal den Markt analysiert: Wer kommt als Kunde in Frage? „Wir sind schnell auf den Kochgeschirr-Hersteller Fissler gestoßen. Das Unternehmen war für uns besonders interessant, weil es ein TV-Neukunde ist.“ Doch auch für Fissler kommt das Angebot im richtigen Moment: „Fissler wollte jüngere Zielgruppen erreichen. Das ist im Fernsehen und mit einer Show wie „The Taste“ deutlich einfacher als mit Printmedien, in denen Fissler bisher exklusiv geworben hatte.“ Von jetzt an arbeitet Petra Kroop eng mit verschiedenen Schnittstellen bei ProSiebenSat.1 zusammen: Mit den Kollegen aus dem Digitalbereich entwickelt sie Bausteine für die Online-Werbekampagne. Die Lizenzabteilung erarbeitet Vorschläge, wie Fissler das „The Taste“-Logo in die eigene Produktlinie einbinden und damit werben kann. Und im TV geht es neben dem Formatsponsoring und den klassischen Werbespots in Absprache mit Redaktion und Produktion vorrangig darum, Fissler als Produktpartner sinnvoll in die Show einzubinden. Fissler ist begeistert von dem umfassenden Konzept, als alles steht, und entscheidet sich für das Rundum-Paket: Fissler steigt als Sponsor und Ausstatter in die Show ein und bringt eine eigene „The Taste“-Kollektion heraus, zu der selbstverständlich auch die Ikone der Show gehört: der Löffel. Ausgewählte Produkte erhalten eine „The Taste“-Logo-Gravur, außerdem wirbt Fissler mit dem Logo auf Verpackungen. Am Ende ist die Zusammenarbeit für beide Seiten ein Erfolg. Auch im Werbemarkt profitiert der Konzern davon, dass in SAT.1 erstmals eine Prime-Time-Kochshow on Air geht: „‘The Taste‘ gab uns die Chance, einen neuen Partner zu gewinnen, dem wir vorher keine vergleichbaren Werbeflächen anbieten konnten“, erklärt Petra Kroop.

PETRA KROOP gewann Fissler als Partner und Sponsor für die Show.

Digitale Verlängerung: Wie man das Publikum beteiligt
Während Jobst Benthues mitten in der Produktion von „The Taste“ steckt und Petra Kroop am Werbekonzept für Fissler feilt, arbeitet Michael Lämmle (29) mit seinen Leuten längst daran, die Show ins Web und die Social-Media-Netzwerke zu bringen. Lämmle ist Leiter der Programmstrategie für SAT1.de. Er sorgt dafür, dass die Show zum multimedialen Erlebnis wird, „The Taste“ 24/7. Dazu verlängert Lämmle nicht nur die TV-Inhalte ins Netz, sondern wird selbst als Produzent aktiv: Während der gesamten Produktionsphase der Show ist jemand aus der Online-Redaktion mit im TV-Studio, sammelt Geschichten vor und hinter den Kulissen. „Über 50 Prozent der im Netz abgerufenen Videos waren Exklusiv-Inhalte“, erklärt Lämmle. Eine der früh entwickelten Ideen stellt sich als besonders erfolgreich heraus. „Wir haben unsere Coaches mit kleinen Kameras versorgt, damit sie sich gegenseitig filmen.“ „Diese ,Coach-Cams‘ waren extrem beliebt.“ Reizvoller Nachschlag für die Zuschauer sozusagen: Die kleinen Frotzeleien zwischen Mälzer und Rosin gehen weiter, noch lange nach der Sendung im TV. Dort ploppen immer wieder kleine Hinweise („Inserts“) auf: „Im Web gibt’s mehr vom Streit!“ Lämmle: „Danach hatten wir Visit-Anstiege von bis zu 36 Prozent.“ Auch kleine Videokurse mit den Meisterköchen kommen gut an. Endlich verrät Tim Mälzer das Geheimnis der besten Bratkartoffeln! Oder Alexander Herrmann löst das Problem des Tomatenschälens per Bunsenbrenner. Tina Lilian (34), die als Senior Editor für SAT.1.de „The Taste“ redaktionell begleitet, weiß noch, wie es ihr schon bei der US-Erstausstrahlung durch den Kopf schoss: „Das ist ein ideales Web- und Social-Media-Format!“ Die Hälfte der deutschen Facebook-Community findet sich bereits vor Ausstrahlung der ersten TV-Folge zusammen; nicht zuletzt, weil Lilian und Lämmle geschickt die Fans der Koch-Stars einbinden. Auch auf der Facebook-Seite gibt‘s fortan Rezepte, Tipps, Tricks: beim „Dessert-Donnerstag“ zum Beispiel oder zum „Sonntags-Braten“. „Die TV-Show läuft einmal die Woche. Wir versorgen Zuschauer und User rund um die Uhr mit News zu „The Taste“, machen Lust auf die nächste Ausgabe. Das erhöht die Bindung an die Show extrem“, erklärt Michael Lämmle.

ABRUFE VON EXKLUSIVEN VIDEO-CLIPS IM NETZ

>50 Prozent
Darf‘s ein bisschen mehr sein? Aber gern: Mehr als die Hälfte der über die Website von „The Taste“ abgerufenen Videos waren extra produziertes Bonusmaterial. Authentischer Blick hinter die Kulissen der Produktion, Video-Tutorials von den Meisterköchen: Alles das und viel mehr gab‘s als Clips exklusiv im Netz – und war bei Zuschauern und Usern extrem beliebt.
www.sat1.de/tv/the-taste/video
 
 

Sie verlängerten „The Taste“ in die Online-Welt: TINA LILIAN und MICHAEL LÄMMLE.

Egal ob bei der digitalen Vermarktung oder im Produktionsalltag, ob mit den Spielregeln oder bei der Studioausstattung: Erfahrungen, die mit einer Show wie „The Taste“ innerhalb des ProSiebenSat.1 Netzwerks gemacht werden, sind wertvoll und werden von Michael Schmidt gesammelt. Er lädt regelmäßig zu gemeinsamen „The Taste“-Workshops ein, um „die internationalen Erfahrungen zu konsolidieren.“ Kollegen aus aller Welt berichten von den länderspezifischen Varianten – denn auch im globalen TV-Business müssen Formate an die Vorlieben des lokalen Publikums angepasst werden. In Großbritannien zum Beispiel treten bei Channel 4 nur drei Coaches an; bestehend aus Nigella Lawson, Anthony Bourdain und Ludo Levebvre (die auch zur US-Jury gehören). Überhaupt ist die UK-Atmosphäre intimer, die Küchen wirken eher wohnlich statt ultra-modern. „Was hat funktioniert“, fragt Schmidt in die Runde. „Was übernehmen wir in die ,Bibel‘?“ In dieser detaillierten Online-Datenbank werden alle Elemente festgehalten, die sich bewährt haben. Aus Deutschland steuern Jobst Benthues und Mario Kristl einiges bei: die Musik, die Ausgestaltung des Sets, die Dramaturgie der Finalrunde. „Mittlerweile ist unsere Showbibel digitalisiert und liegt als Wiki-Datenbank vor. Sie enthält alle Elemente von Drehplänen über Videoclips, Trailer, Grafiken etc. Alle unsere Kunden können darauf zugreifen und so das Wissen in ihre Produktion einfließen lassen, das andere Sender schon gesammelt haben.“

Wie es weitergeht – und ein Erfolg noch größer wird, weltweit
Yan He, die Asien-Vetriebsspezialistin von Red Arrow International, hat ein Büro in München – und eines in Hongkong. Sie lebt seit vielen Jahren in Deutschland, hat die Verbindung zur chinesischen Heimat aber nie abgebrochen. Lachend gibt sie zu: „Ich war von Anfang an verliebt in ,The Taste‘. Essen ist eben total wichtig für das chinesische Volk.“ In Indien, Singapur, Thailand, Vietnam: Überall konnte Yan He das US-Original mit Untertiteln verkaufen. In China schlägt sie eine adaptierte Eigenproduktion vor: „Der Markt ist groß genug dafür, und bisher waren chinesische Kochsendungen alle ziemlich brav. Es wurde Zeit für etwas Neues!“ Wieder interessieren sich gleich mehrere Sender dafür; nachdem der Riese CCTV mit seinem zweiten Programm das Rennen gemacht hat, entsteht eine Variante mit ganz besonderer Note.

Es beginnt schon mit dem Titel: „The Taste“ wird ergänzt um den Zusatz „Kampf des Geschmacks“. Mag sich in Europa etwas martialisch anhören, klingt in China genau richtig. Die Kochstellen im Studio müssen anders ausgestattet werden – man arbeitet natürlich mit Woks. „Kochen ist in China vor allem Familiensache“, erklärt Yan He, „eine Tradition der Sterne-Spitzengastronomie gibt es nicht.“ So kommt es, dass in der Dreier-Jury nur ein Chefkoch sitzt, Sun Zhaoguo aus Shanghai, ein Pionier der molekularen Küche. Mit ihm beraten, probieren und entscheiden zwei Liebhaber des guten Essens: Blogger Craig Au Yeung aus Hongkong – und als Star des Trios die taiwanesische TV-Moderatorin und Sängerin Bowie Tsang. „In China hängt viel von der Geschichte ab, die man mit einem speziellen Essen erzählt. Geht es um Liebe, Fürsorge für die Kinder oder die Eltern? Für jede Ausgabe gibt es bei ,The Taste‘ in China ein neues Motto.“

Und wie geht es jetzt weiter? In den USA war auch die zweite Staffel von „The Taste“ ein voller Erfolg, in Deutschland hat Mario Kristl für SAT.1 längst die Fortsetzung bestellt: „Nein, ich hab nicht selbst angefangen zu kochen“, lacht der Programm-Manager. „Aber ‚The Taste‘ ist einfach eine total mitreißende Show.“ Jobst Benthues sagt: „Wenn du eine gute Idee mit so viel Glaube und Leidenschaft verfolgst, entwickelt sich daraus manchmal etwas Großes. Eine ganze ‚The Taste‘-Familie!“ In einem einzigen Konzern. So kann es weitergehen: mit neu gefüllten Löffeln, neuen Kandidaten und weiteren Ländern.

RED ARROW WÄCHST PROFITABEL

+29,7 Prozent
Red Arrow steigerte seine Umsätze im Geschäftsjahr 2013 um 29,7 Prozent auf 123,8 Mio Euro. 2014 setzt Red Arrow seinen Wachstumskurs fort und wird seine Präsenz in den angelsächsischen Märkten weiter stärken. Anfang des Jahres hat die ProSiebenSat.1-Tochter eine Mehrheit an der US-Produktionsfirma Half Yard übernommen – als vierte Beteiligung in den USA.