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Wirtschaftsbericht

Die ProSiebenSat.1 Group hat im Jahr 2013 vom insgesamt positiven Konjunkturklima profitiert und ihre Umsatz- und Ergebnisgrößen auf Rekordniveau gesteigert. Insbesondere im Segment Digital & Adjacent hat das Unternehmen wichtige Zwischenziele auf seinem Weg zum Broadcasting, Digital Entertainment und Commerce Powerhouse erreicht. Zugleich hat der Konzern mit dem erfolgreichen Start neuer Fernsehsender seinen Kundenstamm erweitert und seine marktführende Position im TV-Werbemarkt bestätigt.

Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Konjunkturlage

Das reale Weltwirtschaftswachstum lag im Jahr 2013 laut Internationalem Währungsfonds (IWF) bei plus 3,0 Prozent (Vorjahr: +3,1 %). Nach einem verhaltenen Start hat sich das Wachstum im Jahresverlauf leicht beschleunigt. Gestützt von einer stark expansiven Geldpolitik steigerten vor allem Industrieländer wie die USA ihr Bruttoinlandsprodukt. Wichtige Schwellenländer blieben dagegen hinter der dynamischen Entwicklung der Vorjahre zurück.

In der Eurozone war die konjunkturelle Entwicklung im vergangenen Jahr weiterhin durch Konsolidierungsmaßnahmen der Staatshaushalte, begleitende Strukturreformen sowie die hohe Arbeitslosigkeit belastet. Für das vierte Quartal 2013 ist nach einem etwas schwächeren dritten Quartal (-0,1 % vs. Vorquartal) mit einer leichten Beschleunigung von plus 0,2 Prozent zu rechnen. Obwohl sich die Aussichten zum Jahresende aufhellten, dürfte die Wirtschaftsleistung der Eurozone nach Schätzung des IWF 2013 um minus 0,4 Prozent geschrumpft sein (Vorjahr: -0,7 %). Nach wie vor befinden sich einige Europäische Länder in der Rezession.

Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2013 nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) mit plus 0,4 Prozent weiter gewachsen, wenngleich etwas moderater als im Vorjahr (+0,7 %). Nach einem verhaltenen Jahresstart legte die wirtschaftliche Expansion im zweiten Quartal mit plus 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal jedoch deutlich zu. Der Aufwärtstrend setzte sich in der zweiten Jahreshälfte fort. Darauf wirkte sich bei stabilen Arbeitsmarktdaten, steigenden Haushaltseinkommen und moderater Inflation vor allem der private Konsum (+0,9 %) positiv aus. Einen gegenteiligen Effekt auf das Bruttoinlandsprodukt hatte hingegen die etwas weniger dynamisch verlaufende Entwicklung des deutschen Exports (Außenbeitrag: -0,3 Prozentpunkte). Auslöser war die anhaltende Wirtschaftsschwäche bei wichtigen europäischen Handelspartnern sowie das geringere Wachstum in den Schwellenländern.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland

Entwicklung des TV- und Online-Werbemarktes

In Deutschland stiegen die Brutto-Investitionen in TV-Werbung laut Nielsen Media ResearchNielsen Media Research Tochtergesellschaft des amerikanisches Marktforschungsinstituts AC Nielsen. Nielsen Media Research mit Sitz in Hamburg widmet sich der Beobachtung des Werbemarkts. Es stellt die Brutto-Werbeumsätze (AdEx-Daten) der wichtigsten Mediengattungen und Werbeträger (Fernsehen, Publikums und Fachzeitschriften, Tageszeitungen, Funk, Online und Plakat) nach Wirtschaftsbereichen, Produktgruppen und -familien sowie Firmen und Marken fest. 2013 um 6,9 Prozent auf 12,12 Mrd Euro (Vorjahr: 11,34 Mrd Euro). Nach einem außergewöhnlich starken dritten Quartal (+9,7 % vs. Vorjahr) hat sich der deutsche TV-Werbemarkt auch im Schlussquartal 2013 dynamisch entwickelt. Gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die Brutto-Investitionen im vierten Quartal ein Plus von 9,4 Prozent und stiegen auf 4,04 Mrd Euro (Vorjahr: 3,69 Mrd Euro). In diesem positiven Umfeld steigerte der ProSiebenSat.1-Werbezeitenvermarkter SevenOne Media seine Brutto-TV-Werbeeinnahmen erneut deutlich: Im Gesamtjahr stieg der Brutto-Umsatz um 8,9 Prozent auf 5,28 Mrd Euro (Vorjahr: 4,85 Mrd Euro) und damit über Marktniveau. Aufgrund des starken Wachstums konnte SevenOne Media seine führende Position um 0,8 Prozentpunkte auf einen Rekordwert von 43,6 Prozent (Vorjahr: 42,8 %) ausbauen. Der Wettbewerber IP Deutschland verlor im gleichen Zeitraum 0,4 Prozentpunkte und erreichte 2013 einen Marktanteil von 34,2 Prozent (Vorjahr: 34,7 %).

Marktanteile deutscher Brutto-TV-Werbemarkt


Die positive Werbemarktentwicklung war 2013 insbesondere auf höhere Buchungseingänge von Kunden aus den Branchen Gesundheit & Pharmazie, Telekommunikation sowie Unternehmensdienstleistungen zurückzuführen: Neun der zehn Top-Branchen haben ihre Brutto-TV-Werbeinvestitionen erhöht, darunter vier Industrien im zweistelligen Prozentbereich. Gleichzeitig ist die Relevanz von TV als Werbemedium erneut gestiegen. Im Jahr 2013 legte Fernsehen im Media-Mix auf Brutto-Basis um 1,7 Prozentpunkte auf 45,0 Prozent zu. Der Anteil von Online-Medien stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 11,1 Prozent. Print-Medien mussten im gleichen Zeitraum 2,3 Prozentpunkte abgeben und erzielten einen Brutto-Marktanteil von 32,2 Prozent.

Media-Mix deutscher Brutto-Werbemarkt


Die TV-Werbemärkte in Österreich und der Schweiz entwickelten sich im Jahr 2013 uneinheitlich. In Österreich konnte ProSiebenSat.1 seinen Brutto-Werbemarktanteil deutlich auf 34,8 Prozent ausbauen (Vorjahr: 31,5 %).

Entwicklung der für die ProSiebenSat.1 Group relevanten TV-Werbemärkte

in ProzentAbweichungen vs. Vorjahr
2013
Deutschland6,9
Österreich9,4
Schweiz-3,0

Der Werbemarkt der für ProSiebenSat.1 besonders wichtigen InStream-Videoanzeigen — also alle Bewegtbild-Werbeformen, die vor, nach oder während eines Video-Streams gezeigt werden — war 2013 weiterhin auf Wachstumskurs. Der Markt legte um 45,4 Prozent auf ein Volumen von 308,7 Mio Euro (Vorjahr: 212,3 Mio Euro) zu. SevenOne Media erwirtschaftete aus der Vermarktung von InStream-Videos einen Brutto-Umsatz in Höhe von 146,7 Mio Euro nach 104,1 Mio Euro im Vorjahr. Mit einem Marktanteil von 47,5 Prozent (IP Deutschland: 32,5 %) bestätigte SevenOne Media seine Marktführerschaft. Im deutschen Online-Gesamtwerbemarkt, der auch klassische Banner und Buttons umfasst, wurde 2013 ein Brutto-Umsatzvolumen von 3,00 Mrd Euro (Vorjahr: 2,86 Mrd Euro) erzielt. Dies entspricht einer Steigerung von 4,8 Prozent.

Entwicklung des Zuschauermarktes

Die ProSiebenSat.1 Group hat ihren Zuschauermarktanteil im Jahr 2013 weiter ausgebaut. Die sechs Free-TV-Sender ProSieben, SAT.1, kabel eins, sixx, SAT.1 Gold und ProSieben MAXX erzielten einen gemeinsamen Marktanteil von 28,1 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern (Vorjahr: 27,8 %). Damit hat die Sendergruppe ihr Ziel der Marktführerschaft im deutschen TV-Markt erneut erreicht. Die Sender der RTL-Gruppe (RTL, VOX, SUPER RTL, RTL Nitro, n-tv) schlossen das Jahr 2013 mit einem Marktanteil von 26,1 Prozent ab und lagen damit 1,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert (2012: 27,3 %).

Der Sender ProSieben erzielte 2013 einen Marktanteil von 11,4 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern (Vorjahr: 11,3 %). In der Relevanz-Zielgruppe der 14- bis 39-Jährigen ist ProSieben mit einem Zuschauermarktanteil von 16,0 Prozent (Vorjahr: 15,7 %) erneut Marktführer und erreichte damit zugleich den höchsten Wert seit 15 Jahren. Quoten-Highlights waren unter anderem die US-Serie „Under the Dome“ (bis zu 23,7 %, 14–49 Jahre) sowie der Hollywood-Blockbuster „Die Tribute von Panem — The Hunger Games“ (35,7 %, 14–49 Jahre).

SAT.1 schloss das Jahr 2013 mit einem Zuschauermarktanteil von 9,4 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen ab (Vorjahr: 9,9 %). Im zweiten Halbjahr 2013 verzeichnete SAT.1 eine positive Entwicklung und steigerte den Marktanteil um 0,2 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent. Zum Wachstumstrend des Senders trug in der zweiten Jahreshälfte vor allem die erfolgreiche Optimierung des Nachmittags (13.00 bis 17.00 Uhr) mit neuen Formaten wie „Im Namen der Gerechtigkeit“ (bis zu 15,7 %, 14–49 Jahre) oder „Anwälte im Einsatz“ (bis zu 16,5 %, 14–49 Jahre) bei. Im vierten Quartal 2013 stieg der Marktanteil am Nachmittag auf 10,9 Prozent und lag damit 1,5 Prozentpunkte über dem Vorjahresquartal. Ebenfalls gut entwickelte sich die Prime Time: Mit „The Voice Kids“ (durchschnittlich 19,8 %, 14–49 Jahre) und „Got to Dance“ (durchschnittlich 15,1 %, 14–49 Jahre) etablierte SAT.1 zwei neue Erfolgsshows im deutschen Fernsehen. In seiner Relevanz-Zielgruppe (14–59 Jahre) erreichte der Sender 2013 einen Marktanteil von 9,5 Prozent nach 10,1 Prozent im Vorjahr. In den kommenden Monaten fokussiert sich SAT.1 auf die Entwicklung neuer Formate für den Vorabend (17.00 bis 20.15 Uhr). Durch die direkt im Anschluss beginnende Prime Time ist diese Zeitschiene für den Gesamttagesmarktanteil besonders relevant.

kabel eins erzielte im Jahr 2013 einen stabilen Marktanteil von 5,6 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern (Vorjahr: 5,6 %). Besonders beliebt waren Formate wie „Rosins Restaurants“ (bis zu 10,0 %, 14–49 Jahre) sowie die „ran UEFA Europa League“ (bis zu 12,4 %, 14–49 Jahre). Die beiden Frauensender sixx und SAT.1 Gold entwickelten sich 2013 äußerst positiv: sixx übersprang mit einem Jahresmarktanteil von 1,2 Prozent in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die Ein-Prozent-Marke (Vorjahr: 1,0 %). In der Relevanz-Zielgruppe der Frauen zwischen 14 und 39 Jahren legte sixx sogar um 0,6 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent zu (Vorjahr: 1,6 %). Quoten-Highlights waren die Back-Show „Sweet & Easy — Enie backt“ (bis zu 2,9 %, 14–49 Jahre) sowie die US-Erfolgsserien „Hart of Dixie“ (bis zu 4,1 %, 14–49 Jahre) und „Vampire Diaries“ (bis zu 4,5 %, 14–49 Jahre). SAT.1 Gold schloss das erste Sendejahr bereits mit 0,4 Prozent (14–49 Jahre) bzw. 0,5 Prozent in der Relevanz-Zielgruppe (Frauen 40-64 Jahre) ab. SAT.1 Gold ist im Januar gestartet und konnte seine Marktanteile im Verlauf des Jahres kontinuierlich steigern. Zu den Zuschauerfavoriten zählten die Telenovela „Verliebt in Berlin“ (bis zu 2,0 %, 14–49 Jahre) sowie das Magazin „Service-AKTE“ (bis zu 1,0 %, 14–49 Jahre).

Am 3. September 2013 ist der neue Free-TV-Sender ProSieben MAXX erfolgreich auf Sendung gegangen. In den ersten vier Monaten nach Start erzielte der Sender einen durchschnittlichen Marktanteil von 0,6 Prozent sowohl bei den 14- bis 49-Jährigen als auch in der Relevanz-Zielgruppe (Männer 30-59 Jahre). Quoten-Höhepunkte waren Blockbuster-Filme wie „Cowboys & Aliens” (3,2 %, 14–49 Jahre) sowie „Captain America: The First Avenger“ (2,8 %, 14–49 Jahre). Mit ProSieben MAXX und SAT.1 Gold baute die ProSiebenSat.1 Group ihr komplementäres Senderportfolio 2013 weiter aus und verschaffte sich damit Zugang zu neuen Zielgruppen im Zuschauer- und TV-Werbemarkt.

Die österreichische Sendergruppe ProSiebenSat.1 PULS 4 mit SAT.1 Österreich, ProSieben Austria, kabel eins austria, sixx Austria und PULS 4 konnte ihren Gruppenmarktanteil 2013 um 0,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent steigern (Vorjahr: 20,9 %). Die Senderfamilie ist damit weiterhin die Nr. 1 im privaten TV-Markt. Vor allem PULS 4 konnte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zulegen (+0,3 Prozentpunkte) und erzielte einen Jahresmarktanteil von 4,0 Prozent bei den 12- bis 49-Jährigen. Bei den Zuschauern ab 12 Jahren setzte sich PULS 4 als erfolgreichster österreichischer Privatsender durch. Zu den Quoten-Highlights zählte das UEFA-Champions-League-Halbfinale (FC Bayern München vs. FC Barcelona) mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 33,6 Prozent bei den 12- bis 49-Jährigen. Auch in Österreich entwickelte sich der Frauensender sixx sehr positiv: Gegenüber dem Vorjahr legte sixx Austria bei den 12- bis 49-Jährigen um 0,6 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent zu (Vorjahr: 0,5 %).

Die Schweizer Sendergruppe mit den Sendern SAT.1 Schweiz, ProSieben Schweiz, kabel eins Schweiz und sixx Schweiz verzeichnete 2013 einen Marktanteil von 17,6 Prozent. Besonders beliebt war das Styling-Format „FACES Studio“ (durchschnittlich 6,2 %, 15 - 49 Jahre) sowie die Koch-Show „Flavorites“ (durchschnittlich 4,9 %, 15 - 49 Jahre) auf ProSieben Schweiz. sixx Schweiz ging im Januar 2013 auf Sendung und erzielte im Jahresdurchschnitt bereits einen Marktanteil von 0,9 Prozent bei den 15- bis 49-Jährigen.

Zuschauermarktanteile der ProSiebenSat.1 Group

in ProzentQ4 2013Q4 201220132012
Deutschland29,328,028,127,8
Österreich21,120,721,220,9
Schweiz17,7-17,6-

Entwicklung der Nutzerzahlen

Die ProSiebenSat.1 Networld zählt zu den führenden Online-Netzwerken in Deutschland. Das Portfolio umfasst starke Marken wie die Webseiten der TV-Sender, Games-Portale oder die Internet-Plattform MyVideo. Mit monatlich durchschnittlich 28,0 Mio Unique UserUnique User Unique User bedeutet „einzelner Nutzer“ und ist die Basis der AGOF Internet Facts. Diese Einheit drückt aus, wie viele Personen in einem bestimmten Zeitraum Kontakt mit einem Werbeträger beziehungsweise einzelnen Belegungseinheiten hatten und entspricht der Netto-Reichweite. Unique User bilden die Grundlage für die Berechnung von Reichweiten und Strukturen von Onlinewerbeträger sowie für die Regulierung wesentlicher Faktoren für die Mediaplanung, z. B. wöchentliche Nutzung, monatliche Nutzung oder Kontaktaufbau. zählt SevenOne Media, der Online-Vermarkter der ProSiebenSat.1 Group in Deutschland, zu den reichweitenstärksten Vermarktungsgesellschaften. Auf Basis der von der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (AGOF) erhobenen Zahlen liegt SevenOne Media vor dem direkten Wettbewerber IP Deutschland (26,8 Mio Unique User). MyVideo, der erste Web-TV-Sender in Deutschland, ist bei Premiuminhalten weiterhin Marktführer unter den Online-Video-Plattformen und nach Unique User die Nummer 2 im Markt. MyVideo verzeichnete 2013 monatlich rund sieben Mio aktive Nutzer, die Video-Abrufe von Premiuminhalten sind im Jahresvergleich um mehr als 15 Prozent gestiegen. Mit maxdome betreibt die Gruppe Deutschlands größtes Video-on-Demand-Portal. Seit September 2013 bietet der Konzern seine Online-Videothek auch in Österreich an und stellt den Nutzern rund 60.000 Titel zur Verfügung. maxdome konnte die Anzahl seiner monatlich zahlenden Kunden sowie der Videoabrufe im Jahr 2013 um mehr als 50 Prozent steigern.

Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf aus Sicht der Unternehmensleitung

Wir haben das Jahr 2013 erneut mit Rekordwerten abgeschlossen und gleichzeitig entscheidende Zwischenziele unseres Wachstumsplans umgesetzt. Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2013 moderat gewachsen. Vor diesem Hintergrund entwickelten sich die Werbeinvestitionen in Deutschland positiv. Davon hat die ProSiebenSat.1 Group profitiert und ist im Markt für TV-Werbung erneut stärker gewachsen als ihre Wettbewerber. Zugleich hat das Unternehmen mit dem Ausbau seiner Digitalgeschäfte entscheidende Fortschritte auf dem Weg zu einem integrierten Broadcasting, Digital Entertainment und Commerce Powerhouse gemacht. Die Veräußerung der internationalen Beteiligungen in Nord- und Osteuropa stellte ebenfalls ein wichtiges Zwischenziel bei der Erreichung unserer strategischen Ziele dar: Die Vernetzung unserer reichweitenstarken TV-Sender im deutschsprachigen Raum mit den dynamisch wachsenden digitalen Angeboten bietet uns langfristig die größten Umsatz- und Synergiepotenziale. Dies ist die Grundlage unserer profitablen und nachhaltigen Wertschöpfung.

Vor diesem Hintergrund erhöhte sich der Konzernumsatz 2013 um 10,6 Prozent auf 2,605 Mrd Euro. Das recurring EBITDA wuchs um 6,1 Prozent und markierte mit 790,3 Mio Euro ebenfalls einen neuen Rekordwert. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 6,8 Prozent bzw. 24,2 Mio Euro auf 379,7 Mio Euro. Dazu trugen alle Segmente bei, wobei sich die Segmente Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales besonders dynamisch entwickelten. Wir haben 2013 jedoch nicht nur unsere Ertragskraft gesteigert, sondern auch unsere Netto-Finanzverschuldung auf unter 1,5 Mrd Euro reduziert. Dazu hat trotz diverser Unternehmensakquisitionen auch ein signifikant höherer Free Cashflow von 330,1 Mio Euro beigetragen (Vorjahr: 256,3 Mio Euro). Neben dem hohen operativen Cashflow ging der Gruppe im Rahmen des Verkaufsvollzugs des Nordeuropa-Portfolios ein Netto-Zahlungsmittelzufluss von 1,312 Mrd Euro zu. Einen Teil des Kaufpreises haben wir für die vorzeitige Tilgung von Finanzverbindlichkeiten genutzt und im Zuge dessen den verbleibenden Teil unserer Darlehen bis 2018 verlängert. Der Konzern verfügt damit über eine solide Finanzierungsstruktur und mit einer Eigenkapitalquote von 16,4 Prozent über ein gesundes Bilanzbild. Der Verschuldungsgrad belief sich zum Jahresende auf den Faktor 1,8 und liegt damit weiterhin im definierten Zielkorridor von 1,5 bis 2,5. Damit haben wir alle relevanten finanzwirtschaftlichen Ziele für das Jahr 2013 erreicht. Die ProSiebenSat.1 Group steht zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernlageberichts auf einem stabilen Fundament. Wir sind unverändert auf Wachstumskurs und positiv in das neue Geschäftsjahr 2014 gestartet.

Vergleich des tatsächlichen mit dem erwarteten Geschäftsverlauf

Die ProSiebenSat.1 Group gibt im Geschäftsbericht ihre Zielvorgaben für relevante finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren bekannt. Sofern es erforderlich ist, können diese unterjährig angepasst werden. Angesichts der guten Geschäftsentwicklung hat der Konzern im dritten Quartal 2013 sein Umsatzwachstumsziel bis 2015 angehoben und die Gruppen-Umsatzprognose für 2013 konkretisiert.

Im Rahmen der Berichterstattung zum dritten Quartal 2013 kündigte der Konzern einen Anstieg des Konzernumsatzes im hohen einstelligen Prozentbereich an. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich ein Wachstum im mittleren bzw. mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich für das Jahr 2013 avisiert. Der Umsatz des Konzerns erreichte tatsächlich eine Zunahme um 10,6 Prozent auf 2,605 Mrd Euro.

Das vierte Quartal 2012 war eines der stärksten Quartale in der ProSiebenSat.1-Historie. Dennoch ist es der deutschen Free-TV-Familie auch im Schlussquartal 2013 gelungen, seine Werbeeinnahmen zu steigern und das Marktwachstum zu übertreffen. Auf Jahressicht steigerte das Segment Broadcasting German-speaking seine Erlöse wie erwartet im niedrigen einstelligen Prozentbereich. In den beiden Segmenten Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales stiegen die Erlöse unverändert dynamisch. Somit hat der Konzern seine Umsatzziele für das Jahr 2013 realisiert bzw. sogar leicht übertroffen. Dies gilt auch für die Ergebnisprognosen. Hier rechnete der Konzern angesichts der positiven Umsatzperformance mit einem weiteren Wachstum des recurring EBITDA und des bereinigten Konzernüberschusses. Zum Jahresende erreichten sowohl das recurring EBITDA mit 790,3 Mio Euro (Vorjahr: 744,8 Mio Euro) als auch der bereinigte Konzernüberschuss mit 379,7 Mio Euro (Vorjahr: 355,5 Mio Euro) neue Rekordwerte. Dazu haben alle Segmente beigetragen. Die Kosten lagen aufgrund von Investitionen in Wachstumsbereichen erwartungsgemäß über dem Vorjahresniveau, insbesondere im vierten Quartal 2013. Trotz verstärkter Investitionen weist der Konzern eine im Branchenvergleich überdurchschnittliche Ertragskraft aus. Mit einer recurring EBITDA-Marge von 30,3 Prozent (Vorjahr: 31,6 %) ist ProSiebenSat.1 eines der profitabelsten Medienhäuser in Europa.

Auch die Netto-Finanzverschuldung hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter verbessert. Sie verringerte sich zum Jahresende auf einen Wert unter 1,5 Mrd Euro und betrug noch 1,446 Mrd Euro (Vorjahr: 1,780 Mrd Euro). Dazu hat trotz diverser Unternehmensakquisitionen auch ein signifikant höherer Free Cashflow von 330,1 Mio Euro beigetragen (Vorjahr: 256,3 Mio Euro). Der Verschuldungsgrad reduzierte sich auf 1,8 (Vorjahr: 2,0) und bewegte sich folglich ebenfalls im definierten Zielkorridor von 1,5 bis 2,5. Damit hat der Konzern alle für 2013 angestrebten finanzwirtschaftlichen Ziele erreicht. Dies trifft auch auf die Entwicklung der Zuschauerquoten zu, die zentrale nicht-finanzielle Steuerungsgröße des Konzerns. Die deutsche Senderfamilie weist für 2013 einen Gruppenmarktanteil von 28,1 Prozent (Vorjahr: 27,8 Prozent) aus und ist damit weiterhin Marktführer bei den Zuschauern.

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf für den Konzern

in Mio EuroIst-Werte 2012Ist-Werte 2013AbweichungPrognose 2013
Umsatz2.356,22.605,3+10,6 %Wachstum im
hohen einstelligen
Prozentbereich
Operative Kosten1.624,61.835,8-13,0 %Anstieg
Recurring EBITDA744,8790,3+6,1%Anstieg
Bereinigter Konzernüberschuss
(underlying net income)
355,5379,7+6,8 %Anstieg
Netto-Finanzverschuldung
(zum 31. Dezember)
1.780,411.446,32-18,8 %<1,5 Mrd Euro
Verschuldungsgrad2,01,81,5 - 2,5

Vergleich des tatsächlichen mit dem prognostizierten Geschäftsverlauf der Segmente1

in ProzentUmsatzRecurring EBITDA
PrognoseIst 2013PrognoseIst 2013
Broadcasting German-speakingLeichter Anstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich+3,7 %Stabile Entwicklung+2,0 %
Digital & Adjacent2Deutlicher Anstieg+44,5 %Deutlicher Anstieg+24,2 %
Content Production & Global Sales 2Deutlicher Anstieg+29,7 %Deutlicher Anstieg>+100 %

Der Konzern hat sein profitables Wachstum im Jahr 2013 fortgesetzt und neue Höchstwerte bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Der Ausbau der Wachstumsbereiche konnte dabei schneller als geplant vorangetrieben werden. In den Segmenten Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales zeigten Umsatz und recurring EBITDA hohe Steigerungsraten. Vor diesem Hintergrund wird der Konzern den Großteil seiner für 2015 avisierten Wachstumsziele vorzeitig erreichen. Für den Konzernumsatz rechnete das Unternehmen ursprünglich mit einem Wachstum um insgesamt 600 Mio Euro im Vergleich zum Jahr 2010 und geht zwischenzeitlich von einem Umsatzpotential von mindestens 800 Mio Euro bis 2015 aus. Bis zum Jahr 2018 soll der Gruppenumsatz im Vergleich zum Jahr 2012 um eine Milliarde Euro auf über 3,356 Mrd Euro steigen. Der Konzern hat im Jahr 2013 bereits 25 Prozent dieser Zielvorgabe erreicht und ist auch in Bezug auf das recurring EBITDA auf Kurs. Letzteres stieg im Vergleich zum Vorjahr um 6,1 Prozent. Der Konzern plant bis 2018 mit einer jährlichen Wachstumsrate des operativen Ergebnisses im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Erläuterung zur Berichtsweise

Berichtsweise auf Basis fortgeführter Aktivitäten. Die ProSiebenSat.1 Group hat Ende 2012 ihr nordeuropäisches TV- und Radio-Portfolio (Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark) an Discovery Communications veräußert. Am 9. April 2013 wurde die Transaktion vollzogen und die entsprechenden Gesellschaften entkonsolidiert. Im Zuge der Veräußerung des Nordeuropa-Geschäfts hatte der Konzern auch sein osteuropäisches TV- und Radio-Portfolio zur Disposition gestellt. Die Beteiligungen in Ungarn wurden am 20. Dezember 2013, die Tochterunternehmen in Rumänien am 19. und 23. Dezember 2013 veräußert. Der Verkauf der ungarischen Aktivitäten wird voraussichtlich am 25. Februar vollzogen. Der Verkaufsvollzug der rumänischen Aktivitäten und die entsprechende Entkonsolidierung werden für das zweite Quartal 2014 erwartet. Im Einklang mit IFRS 5 werden die osteuropäischen Aktivitäten daher weiterhin als nicht-fortgeführte Aktivitäten klassifiziert.

Die folgende Analyse der Umsatz- und Ergebnisentwicklung für den Konzern sowie für die Segmente erfolgt auf Grundlage der fortgeführten Aktivitäten, d. h. exklusive der veräußerten nordeuropäischen Aktivitäten sowie dem bis zum Vollzug der Verkaufstransaktion zur Veräußerung stehenden osteuropäischen Portfolio. Infolge der vorliegenden Voraussetzungen des IFRS 5 werden die im Berichtsjahr veräußerten nordeuropäischen bzw. zur Veräußerung stehenden osteuropäischen Gesellschaften für das Geschäftsjahr 2013 sowohl in der Gewinn- und Verlustrechnung als auch in der Kapitalflussrechnung gesondert als „nicht-fortgeführte Aktivitäten“ ausgewiesen. In den einzelnen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Kapitalflussrechnung sind folglich die Ergebnisbeiträge bzw. Zahlungsströme dieser Aktivitäten nicht in den einzelnen Positionen enthalten, sondern werden als „Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten“ bzw. „Cashflow aus nicht-fortgeführten Aktivitäten“ abgebildet. Die nicht-fortgeführten Aktivitäten für das vierte Quartal 2013 enthalten lediglich die Umsatz- und Ergebnisbeiträge der zur Veräußerung stehenden osteuropäischen Aktivitäten. Demgegenüber umfassen die nicht-fortgeführten Aktivitäten für das Gesamtjahr neben dem laufenden Ergebnisbeitrag der osteuropäischen Gesellschaften auch das Nordeuropa-Geschäft bis zur Entkonsolidierung am 9. April 2013 sowie dessen Entkonsolidierungsergebnis.

In der Konzernbilanz werden die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten der zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Osteuropa jeweils in der Position „zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ ausgewiesen. Eine Anpassung der Vorjahreszahlen erfolgt gemäß IFRS 5 nicht. Daher sind in den Vergleichswerten zum 31. Dezember 2012 zusätzlich die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der veräußerten und entkonsolidierten nordeuropäischen Aktivitäten in den zuvor genannten Posten enthalten.

Anpassung der Segmentstruktur zum 1. Januar 2013. Auf Basis der fortgeführten Aktivitäten berichtet der Konzern seit dem 1. Januar 2013 in den Segmenten Broadcasting German-speaking, Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales. Die Basic-Pay-TV-Aktivitäten der Gruppe werden entsprechend der angepassten internen Steuerungs- und Berichtsstruktur im Segment Broadcasting German-speaking erfasst. Zuvor wurden die Basic-Pay-TV-Aktivitäten im Segment Digital & Adjacent ausgewiesen. Die Vorjahreszahlen wurden entsprechend angepasst.

Erläuterung zu den verwendeten Kennzahlen. Für die ProSiebenSat.1 Group stellen das bereinigte EBITDA (recurring EBITDA), das underlying net income (Konzernergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter aus fortgeführten Aktivitäten vor Effekten aus Kaufpreisallokationen und weiteren Sondereffekten) sowie der Verschuldungsgrad zentrale finanzielle Steuerungsgrößen dar. Als recurring EBITDA wird das um Einmaleffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Finanzergebnis und Abschreibungen definiert. Die Entwicklung dieser Kennzahlen wird daher auch auf den folgenden Seiten zur Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Konzerns beschrieben und im Prognosebericht betrachtet.

Aufgrund von Rundungen ist es möglich, dass sich einzelne Zahlen in diesem Konzernabschluss nicht genau zur angegebenen Summe aufaddieren und dass dargestellte Prozentangaben nicht genau die absoluten Zahlen widerspiegeln, auf die sie sich beziehen. Vorzeichenangaben von Veränderungsraten richten sich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten: Verbesserungen werden mit Plus (+) bezeichnet, Verschlechterungen mit Minus (-).

ProSiebenSat.1 berichtet nicht auf Basis des Auftragsbestands. Werbefinanziertes Free-TV ist unser Kerngeschäft. Mit einem Großteil unserer Werbekunden bestehen Rahmenvereinbarungen über Abnahmemengen und diesen zugrunde liegende Konditionen. Die ProSiebenSat.1 Group informiert ihre Kunden in sogenannten Programm-Screenings über die Ausrichtung der Senderplanung. Die Programmvorschau ist eine wichtige Entscheidungsgrundlage für die Investitionen der Werbekunden für das Folgejahr. Das Preisniveau richtet sich insbesondere nach Zuschauerquoten, Reichweite, Sendezeit, Nachfrage und der Anzahl der verfügbaren Werbeflächen. Das endgültige Budgetvolumen wird branchenüblich — teilweise allerdings kurzfristig — auf Monatssicht bestätigt. Erst dann wird der gesamte Absatz transparent. Zudem werden zusätzliche Werbebudgets gerade gegen Jahresende kurzfristig vergeben. Im Segment Content Production & Global Sales erfolgen die Entwicklung und Produktion von Programminhalten sowie der weltweite Vertrieb durch Neu- oder Wiederbeauftragung branchenüblich kurzfristig und kontinuierlich im Jahresverlauf. ProSiebenSat.1 berichtet daher nicht auf Basis des Auftragsbestands.

Wesentliche Einflussfaktoren auf die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Auswirkungen der Rahmenbedingungen auf den Geschäftsverlauf

Die ProSiebenSat.1 Group erwirtschaftete im Jahr 2013 mit 70,5 Prozent (Vorjahr: 75,7 %) den wesentlichen Anteil ihrer Umsatzerlöse aus dem klassischen Verkauf von TV-Werbezeiten. Auf den deutschen Fernsehwerbemarkt, den wichtigsten Umsatzmarkt des Konzerns, entfielen 89,4 Prozent (Vorjahr: 89,7 %) der Vermarktungserlöse aus TV-Werbung. Die ProSiebenSat.1 Group hat ihre führende Position im TV-Werbemarkt weiter gestärkt und profitierte von der anhaltend positiven Preisentwicklung. Der Konzern hat zudem sein Neukundengeschäft ausgebaut und allein durch die drei jüngsten Sender sixx, SAT.1 Gold und ProSieben MAXX rund 60 neue Kunden gewonnen. Im deutschen Zuschauermarkt festigte die ProSiebenSat.1 Group ihre Position ebenfalls und lag weiterhin vor ihren Wettbewerbern. Die Free-TV-Sender der ProSiebenSat.1 Group steigerten ihren gemeinsamen Marktanteil auf 28,1 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern (Vorjahr: 27,8 %).

Die Entwicklung der Werbemärkte korreliert eng mit den makroökonomischen Rahmenbedingungen. Im Jahr 2013 belegten die wichtigsten Indikatoren einen nach wie vor robusten Zustand der deutschen Volkswirtschaft. Vor diesem Hintergrund verzeichnete auch die Werbeindustrie eine positive Entwicklung. Häufig reagiert der Werbemarkt prozyklisch auf gesamtwirtschaftliche Entwicklungen. Aus diesem Grund erfolgt die Budgetvergabe der Werbewirtschaft oftmals sehr kurzfristig. In den vergangenen Jahren hat sich die ProSiebenSat.1 Group deshalb systematisch Zugang zu neuen Märkten mit langfristig starken Wachstumsperspektiven verschafft. Damit hat der Konzern neue Erlösquellen etabliert, welche die Unabhängigkeit von den konjunktursensitiven Werbemärkten stärken. 2013 erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Group bereits 29,5 Prozent ihrer Umsatzerlöse (Vorjahr: 24,3 %) außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts. Das Wachstumssegment Digital & Adjacent trug 59,8 Prozent zum Umsatzwachstum des Konzerns bei und soll bis 2018 bei einem Anteil von 25 bis 30 Prozent am Konzernumsatz liegen.

Zusätzlich zur vergleichsweise geringen Marktvisibilität unterliegt das Werbegeschäft wie kaum eine andere Industrie starken saisonalen Schwankungen: Im vierten Quartal erzielt die ProSiebenSat.1 Group einen überproportional hohen Anteil ihrer jährlichen Werbeeinnahmen aus dem Fernsehgeschäft, da sowohl die Konsumbereitschaft als auch die Fernsehnutzung in der Zeit vor Weihnachten signifikant steigen. In der Regel werden — wie auch 2013 — jährlich ca. ein Drittel (2013: 32,3 %) des Umsatzes und ca. 40 Prozent (2013: 38,2 %) des recurring EBITDA im Schlussquartal erzielt.

Umsatz nach Quartalen aus fortgeführten Aktivitäten


Recurring EBITDA nach Quartalen aus fortgeführten Aktivitäten


Zum überwiegenden Teil entfallen die Umsätze der ProSiebenSat.1 Group auf den deutschsprachigen Raum. Die regionale Verteilung der Umsatzerlöse im vergangenen Geschäftsjahr zeigt folgende Grafik:

Umsatz nach Regionen aus fortgeführten Aktivitäten


Die ProSiebenSat.1 Group zählt mit ihrer Tochtergesellschaft Red Arrow Entertainment weltweit zu den führenden Programmproduzenten und Vertriebsfirmen. Den Großteil seiner Umsatzerlöse generiert das Unternehmen mit 92,3 Prozent (Vorjahr: 92,9 %) jedoch in der Eurozone. Währungsschwankungen beeinflussen die Umsatz- und Ergebnisentwicklung daher nur in begrenztem Maße. Wechselkursänderungen, die sich insbesondere aus dem Kauf von Lizenzprogrammen in den USA ergeben könnten, begrenzt ProSiebenSat.1 zudem durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Neben währungsbedingten Effekten könnten veränderte Zinssätze die Ergebnissituation beeinflussen. Der Großteil der langfristigen Finanzverbindlichkeiten ist jedoch durch verschiedene Zinssicherungsinstrumente in Form von ZinsswapsZinsswaps Derivative Finanzinstrumente zum Austausch von Zahlungsströmen. So werden beispielsweise bei Zinsswaps zwischen den Vertragspartnern fixe und variable Zinsströme getauscht. gegen Risiken aus der Änderung von variablen Zinssätzen abgesichert. Die Absicherungsquote stieg zum Jahresende 2013 auf ca. 86 Prozent (31. Dezember 2012: knapp 68 %). Aufgrund der hohen Absicherungsquote hatte die Entwicklung der Euribor-Geldmarktkonditionen in der Berichtsperiode keine wesentlichen Auswirkungen auf das Zinsergebnis.

Wesentliche Ereignisse und Änderungen im Konsolidierungskreis im Jahr 2013

Veräußerung der Geschäftsaktivitäten in Nord- und Osteuropa. Die Vernetzung des Kerngeschäfts TV im deutschsprachigen Raum mit den digitalen Aktivitäten bietet der ProSiebenSat.1 Group langfristig das größte Wachstums- und Synergiepotenzial. Aus diesem Grund haben wir Ende 2012 unsere internationalen TV- und Radiosender in Nordeuropa (Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark) an Discovery Communications veräußert. Der Verkauf wurde am 9. April 2013 vollzogen und die entsprechenden Gesellschaften entkonsolidiert. Der Transaktion lag ein Unternehmenswert von 1,325 Mrd Euro zugrunde. Im Rahmen des Verkaufsvollzugs gingen der ProSiebenSat.1 Group Netto-Zahlungsmittel in Höhe von 1,312 Mrd Euro zu. Der Konzern hat einen wesentlichen Teil des Verkaufserlöses in das operative Geschäft der Gruppe reinvestiert, unter anderem in das Programmvermögen und strategische Initiativen. Gleichzeitig wurden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 500,0 Mio Euro zurückgeführt. Vor diesem Hintergrund stand der aus dem operativen Geschäft erzielte Cashflow in größerem Umfang für andere Zwecke wie die Dividendenausschüttung zur Verfügung.

Mit dem Verkauf des Nordeuropa-Portfolios hatte der Konzern im Dezember 2012 auch die Veräußerung seines osteuropäischen TV- und Radio-Portfolios angekündigt. Die Beteiligungen in Ungarn wurden am 20. Dezember 2013, die Tochterunternehmen in Rumänien am 19. und 23. Dezember 2013 veräußert. Der Verkauf der ungarischen Aktivitäten wird voraussichtlich am 25. Februar vollzogen. Der Verkaufsvollzug der rumänischen Aktivitäten und die entsprechende Entkonsolidierung werden für das zweite Quartal 2014 erwartet.

Dividendenausschüttung in Höhe von 1,201 Mrd Euro. In der ordentlichen Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media AG am 23. Juli 2013 wurde eine Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 5,65 Euro je dividendenberechtigter Inhaber-Vorzugsaktie und 5,63 Euro je dividendenberechtigter Namens-Stammaktie beschlossen. Die Dividende in Höhe von insgesamt 1,201 Mrd Euro wurde am 24. Juli 2013 ausgezahlt. Vor diesem Hintergrund hat sich die Eigenkapitalbasis zum Jahresende reduziert.

Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen an den Internetportalen billiger-mietwagen.de und mydays.de. Am 28. März 2013 hat die ProSiebenSat.1 Group über ihre Tochterfirma SevenVentures eine Mehrheitsbeteiligung an der SilverTours GmbH, Betreiber des Internetportals billiger-mietwagen.de, erworben. Die Transaktion wurde am 13. Mai 2013 abgeschlossen. Die Plattform ist das größte Preisvergleichsportal für Mietwagen in Deutschland. Die Gesellschaft wurde im Juni 2013 vollkonsolidiert. Zudem hat ProSiebenSat.1 eine Mehrheitsbeteiligung an mydays, einem der führenden Anbieter für Erlebnisgeschenke in Deutschland, übernommen. Das Closing der Transaktion erfolgte am 28. Mai 2013, das Unternehmen wird seit Juli 2013 vollkonsolidiert. Mit den Akquisitionen hat die Gruppe ihr Digital-Commerce-Portfolio signifikant gestärkt.

Darüber hinaus fanden im Geschäftsjahr 2013 keine Ereignisse statt, die sich in wesentlichem Umfang auf den Konsolidierungskreis oder die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group und ihre Segmente ausgewirkt haben. Allerdings hat die ProSiebenSat.1 Group ihr Portfolio unter anderem durch weitere Digital-Commerce-Beteiligungen optimiert. Dazu zählen neben strategischen Akquisitionen auch Venture-Beteiligungen in Form von Medialeistungen. Am 4. Dezember 2013 hat der Konzern mit der Akquisition der COMVEL GmbH, Betreiber der Reiseportale weg.de und ferien.de weitere Online-Reiseanbieter übernommen. Die Transaktion wurde am 7. Januar 2014 vollzogen. Der Internet-Reisemarkt bietet als einer der größten E-Commerce-Märkte attraktive Wachstumsperspektiven und profitiert stark von TV-Werbung. Zum Reiseportfolio der Gruppe gehören bereits der Online-Reiseveranstalter Tropo GmbH und das Online-Reisebüro reise.com. Ziel ist die Etablierung eines sogenannten „House of Travel“, das den gesamten Reisezyklus abbildet.

Einen Überblick ausgewählter Portfoliomaßnahmen zeigt die folgende Tabelle — weitere Erläuterungen zu den Ereignissen im Geschäftsjahr 2013 finden sich hier, Auswirkungen auf die Berichtsweise werden hier beschrieben.

Portfoliomaßnahmen und Änderungen im Konsolidierungskreis im Jahr 2013

Segment Broadcasting
German-speaking
Launch des neuen Free-TV-Senders SAT.1 Gold im Januar 2013
Launch des neuen Free-TV-Senders ProSieben MAXX im September 2013
Segment Broadcasting InternationalVollzug des Verkaufs der TV- und Radio-Aktivitäten in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark im April 2013
> Entkonsolidierung im April 2013
Segment Digital & AdjacentMehrheitsbeteiligung an der SilverTours GmbH, Betreiber des Preisvergleichsportals billiger-mietwagen.de, im Mai 2013
> Vollkonsolidierung seit Juni 2013

Mehrheitsbeteiligung an der mydays Holding GmbH, Betreiber des Erlebnisgeschenke-Portals mydays.de im Mai 2013
> Vollkonsolidierung seit Juli 2013

Gründung der Musikplattform AMPYA im Juni 2013

Mehrheitsbeteiligung an der MMP Veranstaltungs- und Vermarktungs-GmbH im August 2013
> Vollkonsolidierung seit September 2013

Gründung des Multi-Channel-Networks Studio71 im September 2013

Mehrheitsbeteiligung an der COMVEL GmbH, Betreiber der Reiseportale weg. de und ferien.de
> Unterzeichnung der Kaufverträge am 4. Dezember 2013, rechtlicher Vollzug der Transaktion am 7. Januar 2014
Segment Content Production & Global SalesVeräußerung der Anteile an der britischen Produktionsfirma Mob Film Holdings Ltd.
> Entkonsolidierung im September 2013

Portfoliomaßnahmen und Änderungen im Konsolidierungskreis im Jahr 2012

Segment Broadcasting German-speakingErwerb des österreichischen Privatsenders Austria 9 TV im März 2012 (Relaunch als sixx Austria am 3. Juli 2012)
> Vollkonsolidierung seit April 2012
Segment Broadcasting InternationalLaunch des neuen Free-TV-Senders VOX in Norwegen im Januar 2012

Erwerb von drei neuen Radiogesellschaften (Radioselskabet af 1/7 2007 ApS, Newradio ApS und Radio Klassisk ApS) durch die dänische SBS-Radiogruppe im Juni 2012
> Vollkonsolidierung seit August 2012

Launch des neuen Free-TV-Senders Kutonen in Finnland im September 2012

Launch des Free-TV-Senders Super TV2 in Ungarn im November 2012

Verkauf der TV- und Radio-Aktivitäten in Norwegen, Schweden, Finnland und Dänemark
> Unterzeichnung der Kaufverträge am 14. Dezember 2012
Segment Digital & AdjacentGründung der Kreativagentur SugarRay GmbH (100-Prozent-Tochter)
> Vollkonsolidierung seit Februar 2012

Mehrheitsbeteiligung am Münchner Suchmaschinen-Marketing-Unternehmen Booming GmbH im Mai 2012
> Vollkonsolidierung seit Mai 2012

Launch des neuen Basic-Pay-TV-Senders ProSieben FUN im Juni 2012

Mehrheitsbeteiligung an dem Online-Reiseveranstalter Tropo GmbH im August 2012
> Vollkonsolidierung seit September 2012

Mehrheitsbeteiligung an der Preisvergleichsplattform preis24.de GmbH im September 2012
> Vollkonsolidierung seit September 2012

Mehrheitsbeteiligung an Covus Ventures GmbH als gemeinschaftliches Unternehmen von SevenVentures und der Covus Gruppe
> Vollkonsolidierung seit Oktober 2012
Segment Content Production & Global SalesMehrheitsbeteiligung am britischen Produktionsunternehmen CPL Productions Ltd. im Februar 2012
> Vollkonsolidierung seit März 2012

Mehrheitsbeteiligung an der britischen TV- und Filmproduktion Endor Productions Ltd. im März 2012
> Vollkonsolidierung seit April 2012

Mehrheitsbeteiligung an der britischen Produktionsfirma New Entertainment Research and Design Ltd. (NERD TV) im Mai 2012
> Vollkonsolidierung seit Juni 2012

Mehrheitsbeteiligung an der israelischen Produktionsfirma July August Communications and Productions Ltd. im Mai 2012
> Vollkonsolidierung seit Juni 2012

Mehrheitsbeteiligung an dem US-Produktionsunternehmen Left/Right Holdings LLC im August 2012
> Vollkonsolidierung seit August 2012

Eröffnung einer Niederlassung durch Red Arrow International in Hongkong
> Vollkonsolidierung seit Dezember 2012

Ertragslage des Konzerns

Die folgende Analyse der Umsatz- und Ergebnisentwicklung für das Jahr 2013 bezieht sich — sofern nicht anders gekennzeichnet — auf die fortgeführten Aktivitäten der ProSiebenSat.1 Group.

Eine Übersicht ausgewählter Kennzahlen der Gewinn- und Verlustrechnung unter Berücksichtigung der veräußerten und am 9. April 2013 entkonsolidierten nordeuropäischen bzw. zur Veräußerung stehenden osteuropäischen Aktivitäten zeigen nachstehende Überleitungsrechnungen.

Ausgewählte Kennzahlen der ProSiebenSat.1 Group für das Geschäftsjahr 2013

in Mio EuroProSiebenSat.1 inkl. nicht-fortgeführte AktivitätenNicht-fortgeführte AktivitätenProSiebenSat.1 fortgeführte Aktivitäten
201320122013201220132012
Konzernumsatz2.818,12.969,1212,8612,92.605,32.356,2
Operative Kosten12.142,52.111,0306,6486,41.835,81.624,6
Gesamtkosten2.311,22.389,3349,3620,51.961,91.768,8
Umsatzkosten1.680,01.607,3248,2340,91.431,81.266,4
Vertriebskosten289,3354,345,7124,4243,5229,9
Verwaltungskosten331,9316,046,272,1285,7243,9
Sonstige betriebliche Aufwendungen10,0111,79,283,10,828,6
Betriebsergebnis (EBIT)610,0593,7-58,9-7,2668,9600,9
Recurring EBITDA2696,8871,7-93,5126,9790,3744,8
Einmaleffekte (saldiert)337,2-78,369,8-13,9-32,6-64,4
EBITDA734,1793,4-23,7113,0757,8680,4
Konzernergebnis, das den Anteilseignern der ProSiebenSat.1 Media AG zuzurechnen ist312,1295,0-47,3-29,7359,5324,7
Bereinigter Konzernüberschuss4340,1415,1-39,659,6379,7355,5

Ausgewählte Kennzahlen der ProSiebenSat.1 Group für das vierte Quartal 2013

ProSiebenSat.1 inkl. nicht-fortgeführte AktivitätenNicht-fortgeführte AktivitätenProSiebenSat.1 fortgeführte Aktivitäten
in Mio EuroQ4 2013Q4 2012Q4 2013Q4 2012Q4 2013Q4 2012
Konzernumsatz865,0970,424,2181,0840,8789,3
Operative Kosten1647,7657,0100,3147,5547,3509,5
Gesamtkosten715,9791,6128,0237,5587,9554,1
Umsatzkosten520,2492,797,9105,3422,3387,4
Vertriebskosten89,4108,15,232,284,276,0
Verwaltungskosten102,8116,121,925,480,990,7
Sonstige betriebliche Aufwendungen3,574,83,074,70,50,1
Betriebsergebnis (EBIT)158,8185,0-103,3-56,4262,1241,3
Recurring EBITDA2226,2319,4-75,933,7302,1285,7
Einmaleffekte (saldiert)3-18,5-25,0-5,1-8,5-13,4-16,5
EBITDA207,7294,4-81,025,2288,7269,3
Konzernergebnis, das den
Anteilseignern der ProSiebenSat.1
Media AG zuzurechnen ist
59,499,0-95,6-63,6155,0162,6
Bereinigter Konzernüberschuss465,7174,0-93,110,1158,9163,8

Umsatz- und Ergebnisentwicklung auf Basis der fortgeführten Aktivitäten

Die ProSiebenSat.1 Group setzte im Jahr 2013 ihren Erfolgskurs fort und steigerte ihren Konzernumsatz um 249,1 Mio Euro auf 2,605 Mrd Euro. Dies entspricht einem deutlichen Umsatzwachstum um 10,6 Prozent. Im saisonal wichtigsten vierten Quartal erzielte die Gruppe in der Berichtsperiode 32,3 Prozent ihres Jahresumsatzes (Vorjahr: 33,5 %) und 38,2 Prozent des recurring EBITDA (Vorjahr: 38,4 %). Alle Segmente trugen zum profitablen Wachstum bei.

Den höchsten Beitrag zum Anstieg des Konzernumsatzes leisteten auch 2013 die Digital & Adjacent-Aktivitäten der Gruppe. Stärkster Wachstumstreiber war hier erneut das Digital-Commerce-Geschäft der SevenVentures: Neben den bestehenden Beteiligungen lieferten die im Berichtsjahr akquirierten und erstmalig vollkonsolidierten Unternehmen wesentliche Umsatzbeiträge. Das Digital-Entertainment-Geschäft verzeichnete ebenfalls eine sehr positive Umsatzentwicklung. Dies ist insbesondere auf die Online-Angebote, das VoD-Portal maxdome sowie den Adjacent-Bereich Music zurückzuführen. Damit stieg der Anteil des Segments Digital & Adjacent am Konzernumsatz auf 18,6 Prozent bzw. 483,7 Mio Euro (Vorjahr: 14,2 % bzw. 334,8 Mio Euro). Auch das Segment Content Production & Global Sales erzielte im Jahr 2013 zweistellige Wachstumsraten. Im Kerngeschäft TV erwirtschaftete die ProSiebenSat.1 Group einen Umsatz von 1,998 Mrd Euro (Vorjahr: 1,926 Mrd Euro). Dies entspricht einem Anteil von 76,7 Prozent (Vorjahr: 81,7 %) am Jahresumsatz des Konzerns.

Damit haben sich weitere Umsatzanteile in die Segmente Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales verschoben. Ziel des Konzerns ist es, neue und vom klassischen TV-Werbegeschäft unabhängige Erlösmodelle zu expandieren.

Anteil am Konzernumsatz nach Segmenten aus fortgeführten Aktivitäten


Die sonstigen betrieblichen Erträge beliefen sich auf 25,4 Mio Euro nach 13,4 Mio Euro in der Vergleichsperiode (+89,2 %). Neben Erträgen aus Umsatzsteuererstattungen für Vorjahre und Weiterbelastungen hatten in erster Linie Gewinne aus Entkonsolidierungen sowie höhere Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen einen positiven Effekt.

Die ProSiebenSat.1 Group investiert konsequent in ihre Wachstumsfelder wie den Ausbau der Digital & Adjacent-Aktivitäten, neue TV-Sender und das Programmproduktions- und -vertriebsgeschäft. Im Zuge dessen sind die Kosten in der Berichtsperiode erwartungsgemäß gestiegen. Die Gesamtkosten des Konzerns, bestehend aus Umsatz-, Vertriebs-, Verwaltungskosten sowie sonstigen betrieblichen Aufwendungen, erhöhten sich im Jahr 2013 auf 1,962 Mrd Euro. Dies entspricht einem Anstieg um 10,9 Prozent bzw. 193,1 Mio Euro. Der Großteil des Kostenanstiegs ist auf höhere Umsatzkosten zurückzuführen, die sich im Wesentlichen wachstumsbedingt um 13,1 Prozent bzw. 165,4 Mio Euro auf 1,432 Mrd Euro erhöhten. Hauptursache hierfür waren die sowohl in der Berichtsperiode als auch im Geschäftsjahr 2012 getätigten Investitionen und Akquisitionen im Segment Digital & Adjacent. Der in den Umsatzkosten enthaltene Werteverzehr auf das Programmvermögen – die üblicherweise größte Kostenposition des Konzerns – stieg gegenüber dem Vergleichszeitraum um 2,4 Prozent auf 858,7 Mio Euro (Vorjahr: 838,7 Mio Euro). Das Programmvermögen wird in der Regel planmäßig und abhängig von der Anzahl der zulässigen bzw. geplanten Ausstrahlungen abgeschrieben. Darüber hinaus sind in den Umsatzkosten höhere Rückstellungen für Bestsellernachvergütungen enthalten. Diese stiegen von 6,1 Mio Euro auf 13,8 Mio Euro. Die Verwaltungskosten erhöhten sich um 17,2 Prozent bzw. 41,8 Mio Euro auf 285,7 Mio Euro, im Wesentlichen bedingt durch den Ausbau der Geschäftsaktivitäten sowie die in der Berichtsperiode und im Geschäftsjahr 2012 erstmalig vollkonsolidierten Unternehmen. Die Vertriebskosten stiegen infolgedessen um 6,0 Prozent auf 243,5 Mio Euro (Vorjahr: 229,9 Mio Euro). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen verringerten sich hingegen auf 0,8 Mio Euro (Vorjahr: 28,6 Mio Euro). Der vergleichsweise hohe Vorjahreswert enthält einmalige Aufwendungen in Höhe von 27,7 Mio Euro, die im Zuge des Ende 2012 abgeschlossenen Kartellrechtsverfahrens angefallen sind.

Gesamtkosten aus fortgeführten Aktivitäten


Die operativen Kosten betrugen 1,836 Mrd Euro (Vorjahr: 1,625 Mrd Euro), bereinigt um Einmalaufwendungen von 37,1 Mio Euro (Vorjahr: 64,7 Mio Euro) und Abschreibungen von 88,9 Mio Euro (Vorjahr: 79,5 Mio Euro). Dies entspricht einem Anstieg um 13,0 Prozent.

Überleitungsrechnung operative Kosten aus fortgeführten Aktivitäten

in Mio Euro20132012
Gesamtkosten1.961,91.768,8
Einmalaufwendungen-37,1-64,7
Abschreibungen1-88,9-79,5
Operative Kosten1.835,81.624,6

Das EBITDAEBITDA Abkürzung für „Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization“ (Ergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibung auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte). erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 11,4 Prozent auf 757,8 Mio Euro (Vorjahr: 680,4 Mio Euro). Es beinhaltet Einmalaufwendungen in Höhe von 37,1 Mio Euro (Vorjahr: 64,7 Mio Euro), die sich im Wesentlichen aus Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Akquisitionen in den Wachstumsfeldern des Konzerns ergaben. Zudem wirkten sich höhere Rückstellungen für Bestsellernachvergütungen aus. Der vergleichsweise hohe Vorjahreswert ist maßgeblich durch einmalige Aufwendungen infolge des Ende 2012 abgeschlossenen Kartellrechtsverfahrens geprägt. Das um die einmalig anfallenden Effekte bereinigte recurring EBITDARecurring EBITDA Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization. Beschreibt das um Einmaleffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. verzeichnete im Jahr 2013 ein Wachstum von 6,1 Prozent bzw. 45,5 Mio Euro auf 790,3 Mio Euro. Die operative Ergebnismarge (recurring EBITDA-Marge) belief sich auf 30,3 Prozent (Vorjahr: 31,6 %).

Eine Überleitungsrechnung des EBITDA vor und nach Einmaleffekten zeigt folgende Tabelle:

Überleitungsrechnung recurring EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten

in Mio Euro20132012
Ergebnis vor Steuern526,9456,5
Finanzergebnis-142,0-144,4
Betriebsergebnis (EBIT)668,9600,9
Abschreibungen188,979,5
davon Kaufpreisallokationen8,04,4
EBITDA757,8680,4
Einmaleffekte (saldiert)232,664,4
Recurring EBITDA790,3744,8

Das FinanzergebnisFinanzergebnis Setzt sich zusammen aus dem Zinsergebnis, dem sonstigen Finanzergebnis und dem Ergebnis aus at Equity bewerteten Anteilen. betrug minus 142,0 Mio Euro nach minus 144,4 Mio Euro im Vorjahr (+1,7 %). Die leichte Verbesserung des Finanzergebnisses ist von gegenläufigen Effekten geprägt: Niedrigere Zinsaufwendungen in Höhe von 135,0 Mio Euro (+13,6 % ggü. Vorjahr) aufgrund der geringeren durchschnittlichen Verschuldung des Konzerns sowie des insgesamt geringeren Zinsniveaus wirkten sich positiv auf das Zinsergebnis aus. Es verbesserte sich um 16,1 Prozent oder 24,7 Mio Euro auf minus 128,5 Mio Euro. Das sonstige Finanzergebnis reduzierte sich hingegen auf minus 18,6 Mio Euro (Vorjahr: -1,5 Mio Euro). Hauptursache hierfür sind zum einen Abschreibungen auf Finanzanlagen, insbesondere auf die Anteile an der ZeniMax Media Inc. in Höhe von 12,4 Mio Euro. Zum anderen wirkten sich höhere sonstige Finanzierungsaufwendungen aus. Hingegen hatte die zum Stichtag erfolgte Fair-Value-Bewertung bei Earn-Out-Klauseln bzw. Put-Optionen einen positiven Effekt auf das sonstige Finanzergebnis. Das Ergebnis aus at-Equity bewerteten Anteilen verringerte sich auf 5,1 Mio Euro (Vorjahr: 10,3 Mio Euro).

Aus den beschriebenen Entwicklungen resultiert ein Anstieg des Ergebnisses vor Steuern um 15,4 Prozent oder 70,4 Mio Euro auf 526,9 Mio Euro. Nach Ertragsteuern von 162,2 Mio Euro (Vorjahr: 127,4 Mio Euro) erzielte der Konzern aus fortgeführten Aktivitäten einen Konzernjahresüberschuss von 364,6 Mio Euro (Vorjahr: 329,1 Mio Euro). Die Steuerquote betrug 30,8 Prozent (Vorjahr: 27,9 %). Die höhere Steuerquote resultiert im Wesentlichen aus im Vergleich zum Vorjahr geringeren periodenfremden Steuererträgen, die im vierten Quartal 2012 realisiert wurden. Der Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter aus fortgeführten Aktivitäten erreichte 359,5 Mio Euro und übertraf den Vorjahreswert damit um 10,7 Prozent bzw. 34,7 Mio Euro.

Der bereinigte Konzernüberschuss ( underlying net incomeUnderlying Net Income Konzernergebnis nach Anteilen anderer Gesellschafter aus fortgeführten Aktivitäten vor Effekten aus Kaufpreisallokationen und weiteren Sondereffekten.) aus fortgeführten Aktivitäten vor Effekten aus Kaufpreisallokationen und weiteren Sondereffekten erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 6,8 Prozent bzw. 24,2 Mio Euro auf 379,7 Mio Euro. Das korrespondierende unverwässerte Ergebnis je Stammaktie stieg auf 1,78 Euro (Vorjahr: 1,68 Euro).

Überleitungsrechnung bereinigter Konzernüberschuss aus fortgeführten Aktivitäten

in Mio Euro20132012
Konzernergebnis abzüglich Ergebnisanteil anderer Gesellschafter359,5324,7
Abschreibungen aus Kaufpreisallokationen (nach Steuern) 15,43,1
Abwertung der Anteile an ZeniMax12,4- / -
Wertberichtigungen von Minderheitsbeteiligungen2,4- / -
Aufwendungen aus dem abgeschlossenen Kartellrechtsverfahren- / -27,7
Bereinigter Konzernüberschuss379,7355,5

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht-fortgeführten Aktivitäten belief sich auf minus 47,6 Mio Euro (Vorjahr: -30,2 Mio Euro). Neben dem Ergebnisbeitrag des Osteuropa-Geschäfts ist hier auch der Ergebnisbeitrag der nordeuropäischen Aktivitäten bis zu ihrer Entkonsolidierung am 9. April 2013 enthalten. Darüber hinaus beinhaltet diese Position den steuerfreien Veräußerungsgewinn in Höhe von 77,0 Mio Euro aus dem Verkauf des Nordeuropa-Portfolios. Zudem sind im Ergebnis aus nicht-fortgeführten Aktivitäten nach Steuern Wertminderungen in Höhe von 77,1 Mio Euro für Ungarn sowie in Höhe von 51,9 Mio Euro für Rumänien erfasst. Der Vorjahreswert enthält zusätzlich zu dem Ergebnisbeitrag der osteuropäischen Aktivitäten auch den Ergebnisbeitrag des Nordeuropa-Geschäfts.

Finanz- und Vermögenslage des Konzerns

Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements

Risikokontrolle und zentrale Steuerung sind Grundsätze des Finanzmanagements der ProSiebenSat.1 Group. Das Finanzmanagement erfolgt zentral durch den Bereich Group Finance & Treasury der ProSiebenSat.1 Media AG. Dieser Bereich steuert das konzernweite Finanzmanagement und ist Ansprechpartner für alle Geschäftsführer und Mitarbeiter der Gruppe, die für Finanzen zuständig sind. Die übergeordneten Ziele des Finanzmanagements sind:

  • Sicherung der konzernweiten Zahlungsfähigkeit durch eine gruppenweit effiziente Steuerung der Liquidität,
  • Sicherung der finanziellen Flexibilität und Stabilität, d. h. Erhaltung und Optimierung der Finanzierungsfähigkeit des Konzerns,
  • Steuerung der finanzwirtschaftlichen Risiken durch den Einsatz von derivativen FinanzinstrumentenDerivative Finanzinstrumente Finanzinstrumente, deren Wert bzw. Preis von den künftigen Kursen oder Preisen anderer Vermögenswerte (Basiswerte) abhängig ist. Hierzu zählen unter anderem Swaps und Optionen..

Das gruppenweite Finanzmanagement umfasst das Kapitalstrukturmanagement bzw. die Konzernfinanzierung, das Cash- und Liquiditätsmanagement, das Management von Marktpreisrisiken sowie von Adress- bzw. Kreditausfallrisiken.

  • Ziel des Kapitalstrukturmanagements ist es, die Ausgestaltung der Kapitalstruktur bzw. der Finanzierung des Konzerns über den Einsatz unterschiedlicher Finanzierungsinstrumente zu optimieren. Hierzu gehören sowohl Eigenkapital- oder eigenkapitalähnliche Instrumente als auch Fremdfinanzierungsinstrumente. Bei der Auswahl geeigneter Finanzierungsinstrumente berücksichtigt das Unternehmen Faktoren wie Marktaufnahmefähigkeit, Refinanzierungsbedingungen, Flexibilität bzw. Auflagen, Investorendiversifikation und Laufzeit- bzw. Fälligkeitsprofile. Fremdfinanzierungsmittel im Konzern werden zentral aufgenommen bzw. gesteuert. Auf diese Weise können Größenvorteile genutzt und Kapitalkosten optimiert werden. Die Steuerung des VerschuldungsgradesVerschuldungsgrad (Leverage-Faktor) Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist. nimmt im Zusammenhang mit dem Kapitalstrukturmanagement der ProSiebenSat.1 Group einen besonderen Stellenwert ein.
  • Im Rahmen des Cash- und Liquiditätsmanagements optimiert und zentralisiert das Unternehmen Zahlungsströme und stellt die konzernweite Liquidität sicher. Ein wichtiges Instrument ist dabei das Cash-Pooling-Verfahren. Mithilfe einer rollierenden konzernweiten Liquiditätsplanung erfasst bzw. prognostiziert die ProSiebenSat.1 Group die Cashflows aus operativen sowie nicht operativen Geschäften. Hieraus leitet das Unternehmen Liquiditätsüberschüsse oder -bedarfe ab. Liquiditätsbedarfe werden über die bestehenden Cashpositionen oder die revolvierende Kreditfazilität (RCF) abgedeckt.
  • Das Management von Marktpreisrisiken umfasst das zentral gesteuerte Zins- und Währungsmanagement. Ziel ist es, die Auswirkungen von Zins- und Währungsschwankungen auf das Konzernergebnis und den Cashflow zu begrenzen. Neben Kassageschäften kommen auch derivative Finanzinstrumente in Form bedingter und unbedingter Termingeschäfte zum Einsatz. Diese Instrumente werden ausschließlich zu Sicherungszwecken eingesetzt.
  • Im Mittelpunkt des Managements von Adress- bzw. Kreditausfallrisiken stehen Handelsbeziehungen und Gläubigerpositionen gegenüber Finanzinstituten. Bei Handelsgeschäften achtet die ProSiebenSat.1 Group auf eine möglichst breite Streuung der Volumina mit Kontrahenten ausreichend guter Bonität. Hierzu werden unter anderem externe Ratings der internationalen Agenturen herangezogen. Risiken gegenüber Finanzinstituten entstehen vor allem durch die Anlage liquider Mittel und den Abschluss von derivativen Finanzinstrumenten im Rahmen des Zins- und Währungsmanagements.

Fremdkapitalausstattung und Finanzierungsstruktur

Das Fremdkapital der ProSiebenSat.1 Group nach IFRS setzte sich zum 31. Dezember 2013 zu 62,0 Prozent bzw. 1,842 Mrd Euro aus langfristigen Darlehen und Krediten zusammen (31. Dezember 2012: 59,9 %). Zum Stichtag im Dezember bestanden keine kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten (31. Dezember 2012: 5,9 %).

Die ProSiebenSat.1 Group hat im April bzw. Juni 2013 Finanzverbindlichkeiten vorzeitig zurückgeführt und gleichzeitig den verbleibenden Teil ihrer im Juli 2015 bzw. Juli 2016 endfälligen Darlehen (Term Loan C und D) bis Juli 2018 verlängert. Im Zuge der Rückführung von insgesamt 500,0 Mio Euro wurde das Term Loan B vollständig getilgt, die Term Loans C und D wurden zurückgezahlt bzw. verlängert. Für die Rückführung hat die Gruppe einen Teil der Erlöse aus dem Verkauf der nordeuropäischen TV- und Radio-Aktivitäten verwendet.

Konzernweite Unternehmensfinanzierung. Zum 31. Dezember 2013 umfasst die besicherte syndizierte Kreditvereinbarung der ProSiebenSat.1 Group ein endfälliges Darlehen (Term Loan D) und eine revolvierende Kreditfazilität (RCF). Der RCF wurde im November 2013 bis Juli 2018 verlängert und verfügt seitdem über ein Rahmenvolumen von derzeit 600,0 Mio Euro. Er ersetzt die beiden bisherigen revolvierenden Kreditfazilitäten (RCF 1 und RCF 2) mit Fälligkeiten im Juli 2014 bzw. Juli 2016.

  • Nach Rückführung und Verlängerung der Darlehen beträgt das Nominalvolumen des Term Loan D zum 31. Dezember 2013 1,860 Mrd Euro. Am 31. Dezember 2012 beliefen sich die damaligen Term Loans B, C und D des Konzerns insgesamt auf 2,360 Mrd Euro.
  • Zum 31. Dezember 2013 beträgt das Rahmenvolumen der revolvierenden Kreditfazilität (RCF) 600,0 Mio Euro. Es wurden keine Barinanspruchnahmen genutzt. Am 31. Dezember 2012 verfügte der Konzern über freie Kreditlinien in Höhe von 359,4 Mio Euro.
  • Fremdkapitalausstattung und Laufzeiten zum 31. Dezember 2013


    Die Term Loans und die Inanspruchnahme der verfügbaren Kreditlinie werden variabel zu Euribor-Geldmarktkonditionen zuzüglich einer Kreditmarge verzinst:

    • Risiken aus der Änderung von variablen Zinssätzen sind durch verschiedene Zinssicherungsinstrumente in Form von ZinsswapsZinsswaps Derivative Finanzinstrumente zum Austausch von Zahlungsströmen. So werden beispielsweise bei Zinsswaps zwischen den Vertragspartnern fixe und variable Zinsströme getauscht. abgesichert. Aufgrund der Rückführung endfälliger Darlehen in Höhe von 500,0 Mio Euro stieg die Absicherungsquote für alle langfristigen Finanzverbindlichkeiten zum 31. Dezember 2013 auf ca. 86 Prozent (31. Dezember 2012: knapp 68 %). Der durchschnittliche festverzinsliche Swapsatz belief sich am 31. Dezember 2013 auf rund 3,9 Prozent pro Jahr (Vorjahr: 3,9 % pro Jahr). Im August 2013 hat die ProSiebenSat.1 Group zur Absicherung des Zinsrisikos im Zeitraum von 2016 bis 2018 zusätzliche Zinssicherungsgeschäfte in Höhe von 1,350 Mrd Euro abgeschlossen. Neben Zinsswaps von 850,0 Mio Euro sind hier auch Swaptions in Höhe von 500,0 Mio Euro enthalten.
    • Die Kreditmarge betrug zum 31. Dezember 2013 für das Term Loan D 2,75 Prozent per annum. Die Kreditmarge für die revolvierende Kreditfazilität ist vom Verschuldungsgrad abhängig. Sie belief sich zum 31. Dezember 2013 für den RCF auf 1,5 Prozent per annum.

    Darüber hinaus hat die ProSiebenSat.1 Group Leasingverträge für Immobilien am Standort Unterföhring abgeschlossen. Diese sind nach IFRS überwiegend als Finanzierungsleasingverträge klassifiziert. Die betreffenden Immobilien werden in den Sachanlagen aktiviert und die daraus resultierenden Leasingverpflichtungen als sonstige finanzielle Verbindlichkeit ausgewiesen. Die Immobilienleasingverträge enden frühestens im Jahr 2019. In kleinerem Umfang bestehen weitere Leasingverhältnisse für technische Ausrüstung. Zum 31. Dezember 2013 hat die ProSiebenSat.1 Group Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing-Verhältnissen im Umfang von 91,7 Mio Euro bilanziert (Vorjahr: 98,8 Mio Euro). Wesentliche außerbilanzielle Finanzierungsinstrumente bestanden nicht.

    Konzernweite Unternehmensfinanzierung

    Die ProSiebenSat.1 Group hat die Kreditfazilität mit einem Rahmenvolumen von ursprünglich 4,2 Mrd Euro im Zuge der Akquisition der SBS Broadcasting Group im Jahr 2007 aufgenommen. Im Jahr 2011 hat die ProSiebenSat.1 Group Darlehen in Höhe von 1,2 Mrd Euro aus den Veräußerungserlösen der belgischen und niederländischen Aktivitäten vorzeitig zurückgeführt sowie eine Laufzeitenverlängerung in Höhe von 2,1 Mrd Euro bis Juli 2016 für den Großteil der verbleibenden Darlehen (2,4 Mrd Euro) vereinbart. Im Mai 2013 vereinbarte der Konzern verschiedene Anpassungen der syndizierten Kreditvereinbarung mit den Kreditgebern im Zuge der vorzeitigen Rückführung von insgesamt 500,0 Mio Euro (Term Loan B getilgt, Term Loans C und D zurückgezahlt bzw. verlängert) sowie der Laufzeitverlängerung in Höhe von 1,860 Mrd Euro (Term Loan D) bis Juli 2018. Die Anpassungen geben dem Konzern mehr Flexibilität im operativen Geschäft sowie bei zukünftigen Finanzierungen. Die revolvierende Kreditfazilität (RCF) wurde im November 2013 verlängert und verfügt über ein Rahmenvolumen von 600,0 Mio Euro bei einer Laufzeit bis 2018. Der RCF ersetzt die beiden bisherigen revolvierenden Kreditfazilitäten (RCF 1 und RCF 2).

    Die besicherte syndizierte Kreditvereinbarung über das endfällige Darlehen (Term Loan D) und die revolvierende Kreditfazilität (RCF) beinhaltet Bestimmungen, die die ProSiebenSat.1 Group unter anderem zur Einhaltung bestimmter Finanzkennzahlen verpflichten. So hat die ProSiebenSat.1 Group ein bestimmtes Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum EBITDA einzuhalten. Auch das Verhältnis des konsolidierten EBITDA zum konsolidierten Zinsergebnis ist im Vertrag definiert. Die Einhaltung der Finanzkennzahlen wird quartalsweise jeweils für den zurückliegenden Zwölfmonatszeitraum überprüft.
    Die ProSiebenSat.1 Group hat die vertraglichen Vorgaben im Berichtszeitraum erfüllt. Eine Nichteinhaltung der vereinbarten Finanzkennzahlen würde einen Kündigungsgrund darstellen.

    Für den Fall einer drohenden bzw. einer bereits eingetretenen Verletzung der Finanzkennzahlen ermöglicht die Kreditvereinbarung der ProSiebenSat.1 Group innerhalb bestimmter Fristen die Zuführung von Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln in Form nachrangiger Darlehen. Eine solche Zuführung von Eigenkapital oder eigenkapitalähnlichen Mitteln - eine sogenannte Equity Cure - wird für die Zwecke der Berechnung der Einhaltung der Financial CovenantsFinancial Covenants Verpflichtungen im Rahmen von Kreditverträgen. Im Wesentlichen handelt es sich um Finanzkennzahlen, die vom Kreditnehmer einzuhalten sind. als Erhöhung des konsolidierten EBITDA behandelt.

    Im Falle einer Änderung der gesellschaftsrechtlichen Kontrolle über die ProSiebenSat.1 Media AG („Change of Control") können die Kreditgeber die Beendigung des Kreditvertragsverhältnisses und die Rückzahlung aller bestehenden Kreditinanspruchnahmen innerhalb einer bestimmten Frist nach Eintritt des Kontrollwechsels verlangen. Der Kreditvertrag enthält darüber hinaus eine Reihe marktüblicher Verpflichtungserklärungen, die, vorbehaltlich umfangreicher Ausnahmen, unter anderem die Fähigkeit der ProSiebenSat.1 Group einschränken, weitere Sicherheiten an ihren gegenwärtigen oder zukünftigen Vermögenswerten zu gewähren, weitere Finanzverbindlichkeiten einzugehen, Vermögenswerte zu veräußern, Geschäftsbetriebe insgesamt oder zum Teil zu erwerben sowie Garantien, Freistellungs- oder Haftungserklärungen außerhalb des ordentlichen Geschäftsgangs zu gewähren. Der Kreditvertrag beinhaltet zudem weitere übliche Kündigungsgründe. Die Vorschriften über die Kündigung sehen vor, dass die Kreditgeber die sofortige Rückzahlung sämtlicher unter der Kreditvereinbarung ausstehenden Inanspruchnahmen verlangen können, wenn in dem Vertrag näher geregelte Vertragsverletzungen eintreten und diese, sofern sie heilbar sind, nicht innerhalb einer bestimmten Frist geheilt werden.

    Finanzierungsanalyse

    Die Netto-FinanzverschuldungNetto-Finanzverschuldung Saldo aus Kreditverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel und den kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten. aus fortgeführten Aktivitäten verzeichnete zum 31. Dezember 2013 einen deutlichen Rückgang um 18,8 Prozent bzw. 334,1 Mio Euro auf 1,446 Mrd Euro (31. Dezember 2012: 1,780 Mrd Euro). Der Vorjahreswert enthält liquide Mittel der nord- und osteuropäischen Aktivitäten in Höhe von 90,4 Mio Euro.

    Die Verringerung der Netto-Finanzverschuldung resultiert aus einem signifikant höheren Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 330,1 Mio Euro (31. Dezember 2012: 256,3 Mio Euro) und reflektiert die Ertragskraft des Konzerns.

    Neben der guten operativen Performance ging der ProSiebenSat.1 Group im Rahmen des Vollzugs des Verkaufs der nordeuropäischen Aktivitäten im April 2013 ein Netto-Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 1,312 Mrd Euro zu. Der Konzern hat einen wesentlichen Teil des Verkaufserlöses in das operative Geschäft der Gruppe, unter anderem in Investitionen in das Programmvermögen und strategische Initiativen reinvestiert. Gleichzeitig wurden Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 500,0 Mio Euro zurückgeführt. Vor diesem Hintergrund stand der aus dem operativen Geschäft erzielte Cashflow in größerem Umfang für andere Zwecke wie die Dividendenausschüttung zur Verfügung. Für die Zahlung der Dividende flossen im Juli 2013 liquide Mittel in Höhe von 1,201 Mrd Euro ab.

    Netto-Finanzverschuldung des Konzerns


    Der VerschuldungsgradVerschuldungsgrad (Leverage-Faktor) Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist. (Leverage-Faktor) liegt weiterhin im definierten Zielkorridor von 1,5 bis 2,5, wobei sich der Wert gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert hat. So ergab das Verhältnis der Netto-Finanzverschuldung zum bereinigten EBITDA der letzten zwölf Monate (LTM recurring EBITDA) am Berichtsstichtag den Faktor 1,8 (31. Dezember 2012: 2,0). Neben der gesunkenen Netto-Finanzverschuldung hat die Ergebnissteigerung im Vergleich zum Vorjahr zu einer Verbesserung des Verschuldungsgrades geführt.

    Verhältnis Netto-Finanzverschuldung zum LTM recurring EBITDA


    Liquiditäts- und Investitionsanalyse

    Die KapitalflussrechnungKapitalflussrechnung Die Kapitalflussrechnung zeigt die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme. Dabei wird unterschieden zwischen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, Cashflow aus Investitionstätigkeit und Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln der Bilanz zum Stichtag. Ausgehend vom Konzernergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit wird der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit indirekt abgeleitet. der ProSiebenSat.1-Gruppe bildet die Herkunft und Verwendung der Zahlungsströme ab. Dabei wird unterschieden zwischen dem Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, dem Cashflow aus Investitionstätigkeit und dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit. Der in der Kapitalflussrechnung betrachtete Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln der Bilanz zum Stichtag 31. Dezember 2013 bzw. 31. Dezember 2012.

    Die folgende textliche Liquiditäts- und Investitionsanalyse beschreibt — sofern nicht anders gekennzeichnet — die Zahlungsströme aus dem fortgeführten Geschäft des ProSiebenSat.1-Konzerns. Unten stehende Überleitungsrechnung zeigt eine Übersicht ausgewählter Kennzahlen der Kapitalflussrechnung unter Berücksichtigung der nicht-fortgeführten Fernseh- und Radio-Aktivitäten in Nord- und Osteuropa.

    Kapitalflussrechnung

    in Mio EuroQ4 2013Q4 201220132012
    Ergebnis fortgeführter Aktivitäten156,7162,8364,6329,1
    Ergebnis nicht-fortgeführter Aktivitäten-95,6-63,7-47,6-30,2
    Cashflow542,9593,91.734,31.863,2
    Veränderung Working Capital62,951,0-14,8-32,8
    Erhaltene Dividende0,00,05,95,5
    Gezahlte Steuern-32,2-38,5-135,6-129,1
    Gezahlte Zinsen-33,6-34,5-137,0-160,0
    Erhaltene Zinsen3,00,53,81,6
    Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit fortgeführter Aktivitäten529,8470,31.348,31.202,1
    Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten9,3124,158,4363,1
    Cashflow aus Investitionstätigkeit fortgeführter Aktivitäten-223,4-207,5-1.018,3-945,8
    Cashflow aus Investitionstätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten-17,0-100,61.181,9-317,9
    Free Cashflow aus fortgeführten Aktivitäten306,4262,8330,1256,3
    Free Cashflow aus nicht-fortgeführten Aktivitäten-7,623,51.240,345,2
    Free Cashflow (gesamt)298,8286,31.570,4301,5
    Cashflow aus Finanzierungstätigkeit fortgeführter Aktivitäten-105,01,2-1.953,2-30,9
    Cashflow aus Finanzierungstätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten0,0-0,4-2,3-0,8
    Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes fortgeführter Aktivitäten0,5-0,7-0,92,5
    Wechselkursbedingte Änderungen des Finanzmittelbestandes nicht-fortgeführter Aktivitäten0,00,1-2,22,4
    Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente194,3286,4-388,2274,8
    Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenanfang210,21506,3792,61517,9
    Abzüglich zur Veräußerung stehende Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende-8,8-90,4-8,8-90,4
    Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zum Periodenende395,7702,3395,7702,3

    Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit: Aus den fortgeführten Aktivitäten der ProSiebenSat.1 Group ergab sich im Geschäftsjahr 2013 ein operativer Cashflow von 1,348 Mrd Euro nach 1,202 Mrd Euro im Vorjahr. Dies entspricht einem Wachstum um 12,2 Prozent. Ursache hierfür war die Erhöhung des Konzernergebnisses, die sich positiv auf den Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit auswirkte. Neben der guten Ergebnisentwicklung waren die gesunkenen Zinszahlungen sowie die positiven Veränderungen im Working Capital maßgeblich für den Anstieg. Die Verringerung der Zinszahlungen auf 137,0 Mio Euro (Vorjahr: 160,0 Mio Euro) ist auf die im zweiten Quartal erfolgte Reduzierung von Darlehen und Krediten im Zuge der Veräußerung der nordeuropäischen Aktivitäten sowie das insgesamt geringere Zinsniveau zurückzuführen. Die Veränderung des Working CapitalWorking Capital Nettoumlaufvermögen, das sich aus dem Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten errechnet und somit der Beurteilung der Liquidität dient. betrug minus 14,8 Mio Euro nach minus 32,8 Mio Euro im Vorjahr. Höhere Steuerzahlungen von 135,6 Mio Euro wirkten dieser positiven Entwicklung leicht entgegen (Vorjahr: 129,1 Mio Euro).

    Cashflow aus Investitionstätigkeit: Aus der Investitionstätigkeit aus fortgeführten Aktivitäten flossen 1,018 Mrd Euro ab. Das entspricht einem Anstieg um 7,7 Prozent oder 72,4 Mio Euro im Vergleich zum Jahr 2012. Schwerpunkt der Investitionstätigkeit der ProSiebenSat.1 Group bildet der Erwerb von Programmrechten. Die Gruppe sichert sich attraktive Programme über drei verschiedene Wege: den Einkauf von Lizenzformaten, Auftragsproduktionen sowie Eigenformate, die auf der Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen basieren. Im Gegensatz zu Auftragsproduktionen werden Eigenformate primär im Hinblick auf eine kurzfristige Ausstrahlung produziert. Sie werden daher direkt aufwandswirksam in den Umsatzkosten erfasst und stellen keine Investitionen dar. Auftrags- und Eigenproduktionen schärfen das Senderprofil und tragen dazu bei, die Kosteneffizienz konzernweit zu verbessern und Synergien effektiv zu nutzen. Ein wichtiger Schritt ist daher die Expansion der Red Arrow Entertainment Group, die nach den Akquisitionen der letzten Jahre insbesondere in den USA und Großbritannien nun verstärkt auf organisches Wachstum setzt. Der Mittelabfluss für den Erwerb von Programmrechten im Berichtszeitraum betrug 860,2 Mio Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 2,0 Prozent oder 16,9 Mio Euro (Vorjahr: 843,3 Mio Euro). Die Programminvestitionen entfielen vorwiegend auf den Erwerb von Lizenzprogrammen und flossen mit 857,5 Mio Euro bzw. 99,7 Prozent fast ausschließlich in das Segment Broadcasting German-speaking (Vorjahr: 842,7 Mio Euro bzw. 99,9 %).

    Darüber hinaus investierte die ProSiebenSat.1 Group im Jahr 2013 insgesamt 61,8 Mio Euro in immaterielle Vermögenswerte (+3,3 % ggü. Vorjahr) und 32,0 Mio Euro in Sachanlagen (+12,1 % ggü. Vorjahr). Schwerpunkt der Investitionstätigkeit bei den immateriellen Vermögenswerten bildete mit einem Anteil von 59,2 Prozent das Segment Digital & Adjacent (Vorjahr: 65,7 %). Die Investitionen flossen hauptsächlich in den Erwerb von Vermarktungsrechten im Rahmen von Mandantengeschäften, Software und IT sowie Online-Games-Lizenzen. Die Investitionen in Sachanlagen entfielen mit 88,6 Prozent (Vorjahr: 91,1 %) größtenteils auf das Segment Broadcasting German-speaking. Sie betrafen im Wesentlichen Verbesserungen der Gebäudestruktur der ProSiebenSat.1 Media AG sowie die Erweiterung des Playout Center.

    Aus den genannten Zahlungsströmen im Rahmen der Investitionstätigkeit resultiert folgende Verteilung nach Segmenten: 95,3 Prozent (Vorjahr: 95,2 %) der Investitionen in Programmvermögen, immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen flossen in das Segment Broadcasting German-speaking, das größte Umsatzsegment der Gruppe. Die Segmente Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales verzeichneten einen Anteil von 4,2 Prozent (Vorjahr: 4,4 %) bzw. 0,5 Prozent (Vorjahr: 0,4 %) an den Investitionen.

    Investitionen nach Segmenten aus fortgeführten Aktivitäten


    Vermögenswerte, die aus Erstkonsolidierungen stammen, werden nicht als segmentspezifische Investitionen erfasst. In der Position „Mittelabfluss für Zugänge zum Konsolidierungskreis“ werden die für den Erwerb der erstkonsolidierten Unternehmen aufgewendeten flüssigen Mittel abgebildet.

    Die Mittelabflüsse für Zugänge zum Konsolidierungskreis haben sich 2013 mehr als verdoppelt und stiegen auf 56,6 Mio Euro (Vorjahr: 27,1 Mio Euro). Sie stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Mehrheitserwerb und der Erstkonsolidierung der SilverTours GmbH und der mydays Holding GmbH. Die ProSiebenSat.1 Group hat vor allem das Ventures-Geschäft im Segment Digital & Adjacent strategisch gestärkt. Im Vorjahr hatten insbesondere Zukäufe im Bereich Programmproduktion sowie Ventures im Vordergrund gestanden, die 2013 zur guten Entwicklung des operativen Cashflow beitrugen. Durch den Erwerb der Mehrheitsbeteiligungen an den US-amerikanischen Produktionsgesellschaft Left/Right und an den britischen Produktionsfirmen CPL Productions, Endor Productions und NERD TV hat die Red Arrow Entertainment Group ihre Präsenz in den Schlüsselmärkten USA und Großbritannien gestärkt. Zudem hatte die ProSiebenSat.1 Group im Jahr 2012 ihr Ventures-Geschäft um das Suchmaschinen-Marketing-Unternehmen Booming, die Preisvergleichsplattform preis24.de sowie den Reiseveranstalter Tropo erweitert. Neben strategischen Beteiligungen sichert sich ProSiebenSat.1 den Zugang zu neuen Märkten auch in Form von Media-for-Equity-Geschäften. Dabei stellt das Unternehmen Medialeistung zur Verfügung, tätigt aber keine größeren Barinvestitionen.

    Aus der Veräußerung der nordeuropäischen Aktivitäten im April 2013 flossen der ProSiebenSat.1 Group 1,312 Mrd Euro zu. Der Netto-Zahlungsmittelzufluss ist dem Cashflow aus Investitionstätigkeit nicht-fortgeführter Aktivitäten zuzuordnen.

    Free Cashflow: Der Free CashflowFree Cashflow Wichtige Steuerungsgröße zur Beurteilung der Finanzkraft des Konzerns. Summe der im operativen Geschäft erwirtschafteten liquiden Mittel abzüglich des Saldos der im Rahmen der Investitionstätigkeit verwendeten und erwirtschafteten Mittel. als finanzwirtschaftlicher Überschuss ist eine Kennzahl zur Beurteilung der Finanzkraft der ProSiebenSat.1 Group. Im Geschäftsjahr 2013 erhöhte sich dieser Wert aus den fortgeführten Aktivitäten um 28,8 Prozent auf 330,1 Mio Euro (Vorjahr: 256,3 Mio Euro). Der Anstieg spiegelt die deutliche Erhöhung der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft wider.

    Cashflow aus Finanzierungstätigkeit: Im Rahmen der Finanzierungstätigkeit flossen im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,953 Mrd Euro ab, nach 30,9 Mio Euro im Vorjahr. Der hohe Mittelabfluss reflektierte die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2012 in Höhe von 1,201 Mrd Euro im Juli 2013. Daneben wirkte sich die vorzeitige anteilige Tilgung der syndizierten langfristigen Kreditverbindlichkeit in Höhe von 500,0 Mio Euro maßgeblich aus, die im Zusammenhang mit der Veräußerung der nordeuropäischen Aktivitäten im zweiten Quartal 2013 erfolgte. Im vierten Quartal hat der Konzern zudem die Barinanspruchnahmen der revolvierenden Kreditfazilitäten vollständig zurückgeführt.

    Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente: Die beschriebenen Zahlungsströme führten im Geschäftsjahr 2013 zu einer Verringerung der liquiden Mittel gegenüber dem Vorjahresstichtag. Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente lagen mit 395,7 Mio Euro (Vorjahr: 702,3 Mio Euro) um 43,7 Prozent bzw. 306,5 Mio Euro unter dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal verzeichnete der Konzern einen Zufluss an liquiden Mitteln in Höhe von 194,3 Mio Euro (Vorjahr: 286,4 Mio Euro). Die ProSiebenSat.1 Group verfügt damit weiterhin über eine komfortable Liquiditätsausstattung. Zudem steht dem Konzern eine revolvierende Kreditfazilität (RCF) mit einem Rahmenvolumen in Höhe von 600,0 Mio Euro zur Verfügung.

    Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

    Vermögens- und Kapitalstrukturanalyse

    Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2013 auf 3,556 Mrd Euro (31. Dezember 2012: 5,413 Mrd Euro). Dies entspricht einem Rückgang um 34,3 Prozent oder 1,857 Mrd Euro gegenüber dem Vorjahresstichtag. Hauptursache hierfür sind die Entkonsolidierung der nordeuropäischen Aktivitäten, die Darlehensrückführung von 500,0 Mio Euro im zweiten Quartal sowie die hohe Dividendenzahlung von 1,201 Mrd Euro im dritten Quartal 2013. Die genannten Effekte führten zu strukturellen Veränderungen der Konzernbilanz. Gegenläufig wirkte sich ein Anstieg bei den immateriellen Vermögenswerten aufgrund von Unternehmenserwerben aus.

    Die Vermögenspositionen und Verbindlichkeiten der zur Veräußerung stehenden Aktivitäten in Osteuropa werden zum 31. Dezember 2013 in den entsprechenden kurzfristigen Bilanzposten ausgewiesen. Die Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten dieser Geschäftsaktivitäten wurden jeweils in die Position „Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte“ bzw. als „Verbindlichkeiten im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten“ umgegliedert. In den Vergleichswerten zum 31. Dezember 2012 sind zusätzlich die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der veräußerten nordeuropäischen Aktivitäten enthalten. Die nordeuropäischen Tochterunternehmen wurden mit Vollzug des Verkaufs im April 2013 entkonsolidiert.

    Bilanzstruktur


    Einzelne wertmäßig wesentliche Veränderungen von Bilanzpositionen gegenüber dem 31. Dezember 2012 werden im Folgenden dargestellt.

    Lang- und kurzfristige Vermögenswerte: Die immateriellen Vermögenswerte verzeichneten einen Anstieg gegenüber dem Vorjahresstichtag um 9,6 Prozent auf 1,165 Mrd Euro (31. Dezember 2012: 1,063 Mrd Euro). Ursache hierfür waren im Wesentlichen die Erstkonsolidierungen der SilverTours GmbH (Betreiber des Internetportals billiger-mietwagen.de) und von mydays. Der Anteil der immateriellen Vermögenswerte an der Bilanzsumme erhöhte sich damit auf 32,7 Prozent (31. Dezember 2012: 19,6 %). Neben den immateriellen Vermögenswerten zählt das ProgrammvermögenProgrammvermögen Rechte an TV-Programminhalten (z.B. Spielfilmen, Serien, Auftragsproduktionen), die aufgrund ihrer besonderen Bedeutung für die Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage der ProSiebenSat.1 Group als separater Posten aktiviert werden. Spielfilme und Serien werden mit Beginn der vertraglichen Lizenzzeit aktiviert, Auftragsproduktionen werden nach der Abnahme als sendefähiges Programmvermögen in der Bilanz ausgewiesen. Sportrechte sind bis zur Ausstrahlung in den geleisteten Anzahlungen enthalten und werden bei Ausstrahlung in das Programmvermögen umgebucht. Werden Programme ausgestrahlt, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung ein sogenannter Programmwerteverzehr gebucht. mit einem Anteil von 33,8 Prozent an der Bilanzsumme zu den wichtigsten Vermögenswerten der ProSiebenSat.1 Group (31. Dezember 2012: 23,6 Prozent). Das lang- und kurzfristige Programmvermögen verringerte sich auf 1,202 Mrd Euro gegenüber 1,277 Mrd Euro am Vorjahresstichtag (-5,9%).

    Forderungen aus Lieferungen und Leistungen: Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich um 21,4 Prozent auf 326,3 Mio Euro (31. Dezember 2012: 268,7 Mio Euro). Der Anstieg ist vorwiegend auf das Segment Broadcasting German-speaking zurückzuführen. Die kurzfristigen sonstigen finanziellen und nicht-finanziellen Vermögenswerte gingen um 57,1 Prozent bzw. 56,2 Mio Euro auf 42,2 Mio Euro zurück. Der Rückgang ist maßgeblich durch die geringeren Marktwerte bei derivativen Finanzinstrumenten geprägt.

    Die liquiden Mittel verringerten sich auf 395,7 Mio Euro. Ursache für den Rückgang um 43,7 Prozent bzw. 306,5 Mio Euro waren die vorzeitige Rückführung von Darlehen in Höhe von 500,0 Mio Euro, die Zahlung der Dividende von 1,201 Mrd Euro sowie die vollständige Rückführung der Barinanspruchnahmen der revolvierenden Kreditfazilitäten. Einen positiven Effekt hatten hingegen höhere Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft sowie der Netto-Zahlungsmittelzufluss aus der Veräußerung der nordeuropäischen Aktivitäten in Höhe von 1,312 Mrd Euro.

    Eigenkapital: Auf der Passivseite verringerte sich das Eigenkapital gegenüber dem 31. Dezember 2012 um 61,1 Prozent bzw. 916,7 Mio Euro auf 584,1 Mio Euro (31. Dezember 2012: 1,501 Mrd Euro). Ursache hierfür ist zum einen die im Berichtsjahr ausgeschüttete Dividende in Höhe von 1,201 Mrd Euro. Darüber hinaus führten Währungseffekte im Zusammenhang mit den veräußerten nordeuropäischen bzw. zum Verkauf stehenden osteuropäischen Aktivitäten zu einem Rückgang des Eigenkapitals. Gegenläufig wirkten sich die verbesserte Ertragslage sowie positive Effekte aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften aus. Die Eigenkapitalquote verringerte sich entsprechend auf 16,4 Prozent (31. Dezember 2012: 27,7 %). Auch vor dem Hintergrund der beschriebenen Eigenkapitaleffekte verfügt der Konzern weiterhin über eine solide Bilanzstruktur.

    Lang- und kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen: Aufgrund geringerer Darlehen und Kredite im lang- bzw. kurzfristigen Bereich verringerten sich die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen um 24,0 Prozent bzw. 939,8 Mio Euro auf 2,972 Mrd Euro. So wurde ein Teil der Erlöse aus der Veräußerung der nordeuropäischen Aktivitäten für die Rückführung von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 500,0 Mio Euro verwendet. Außerdem wurden die Barinanspruchnahmen der revolvierenden Kreditfazilitäten vollständig zurückgeführt. Darüber hinaus gingen im Zuge der Entkonsolidierung des Nordeuropa-Geschäfts Verbindlichkeiten, Rückstellungen und latente Steuern im Zusammenhang mit zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten von rund 270 Mio Euro ab. Zudem verringerten sich die lang- und kurzfristigen sonstigen finanziellen Verbindlichkeiten um 11,8 Prozent bzw. 41,6 Mio Euro auf 311,4 Mio Euro (31. Dezember 2012: 353,1 Mio Euro). Der Rückgang ist im Wesentlichen auf positive Effekte aus der Bewertung von Zinssicherungsgeschäften sowie auf die Neubewertung von Put-Optionen zurückzuführen. Gegenläufig wirkten sich Effekte aus der Bewertung von Fremdwährungsgeschäften aus. Die lang- und kurzfristigen übrigen Verbindlichkeiten verzeichneten gegenüber dem 31. Dezember 2012 einen Anstieg um 9,9 Prozent bzw. 20,6 Mio Euro auf 227,6 Mio Euro. Diese Entwicklung ist auf höhere Verbindlichkeiten im Personalbereich und erhaltene Anzahlungen sowie sonstige Steuerverbindlichkeiten zurückzuführen.

    Die lang- und kurzfristigen Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen stiegen um 15,8 Prozent bzw. 50,9 Mio Euro auf 373,1 Mio Euro an. Der Anstieg entfällt größtenteils auf das Segment Content Production & Global Sales.

    Die lang- und kurzfristigen Rückstellungen betrugen 96,1 Mio Euro und lagen damit um 5,5 Prozent über dem Vorjahreswert (31. Dezember 2012: 91,1 Mio Euro). Die größte Rückstellungsposition bildeten mit 55,4 Mio Euro weiterhin die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen, die um 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr anstiegen (31. Dezember 2012: 52,2 Mio Euro). Ursache für den Anstieg ist vor allem eine Erhöhung der Rückstellung im Zusammenhang mit Bestsellernachvergütungen auf 13,8 Mio Euro (31. Dezember 2012: 6,1 Mio Euro).

    Darüber hinaus ergaben sich zum 31. Dezember 2013 keine wesentlichen strukturellen oder quantitativen Bilanzänderungen im Vergleich zum Vorjahresstichtag.

    Bilanzielle Ermessensentscheidungen

    Im Rahmen der Anwendung von Bilanzierungs­grund­sätzen, der Erfassung von Erträgen und Auf­wendungen sowie beim bilanziellen Ausweis sind zu einem gewissen Grad Annahmen zu treffen und Schätzungen vorzunehmen. Angaben zum Einfluss der Verwendung von Annahmen und Schätzungen werden im Konzernanhang ausführlich unter Ziffer 6 dargestellt.