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Sonstige nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

Nachhaltig profitables Wachstum ist unser Kernziel. Neben verantwortlichem Handeln sind starke Marken, beständige Kundenbeziehungen, öffentliches Engagement sowie ökologische Effizienz untrennbar mit dem langfristigen Erfolg unseres Konzerns verbunden.

Organisationsvorteile, eigene Marken, beständige Kundenbeziehungen oder Kreativität sind wichtige Erfolgsfaktoren. Sie werden größtenteils nicht finanziell bewertet. Auch das Mitarbeiterpotenzial ist ein wichtiger immaterieller Wert, der nicht bilanziert wird. Hingegen aktivieren wir in geringem Umfang bestimmte selbst erstellte, immaterielle Vermögenswerte. Für weiterführende Informationen verweisen wir auf die Angaben in Ziffer 19 „Immaterielle Vermögenswerte“ des Konzernanhangs.

Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren, die das Management als Steuerungsgröße zur Erreichung der Profitabilitäts- und Wachstumsziele verwendet, werden im Kapitel „Unternehmensinternes Steuerungssystem“ erläutert und im „Wirtschaftsbericht“ in die Analyse des Geschäftsverlaufs sowie die Lage des Konzerns einbezogen.

Wettbewerbsvorteile durch integrierte Organisation mit etablierten Marken

Der ProSiebenSat.1-Konzern führt den Großteil seiner Unternehmen als hundertprozentige Tochtergesellschaften, darunter auch sein komplementär aufeinander abgestimmtes Senderportfolio. Dies unterscheidet die Gruppe von ihren Wettbewerbern und eröffnet Vorteile bei der Vermarktung von Werbezeiten oder der Verwertung von Programmrechten. Gleichzeitig realisiert die Gruppe durch ihre integrierte Organisationsform Synergien und steigert ihre Effizienz. Die deutschen Fernsehsender sind darüber hinaus in einer Matrixstruktur organisiert. Dadurch verfügt die TV-Säule über kürzere Kommunikationswege und vermeidet den Aufbau von Fixkosten.

Die Popularität von Marken ist in einem Medienmarkt, der einer fortschreitenden Fragmentierung unterliegt, ein wichtiger Erfolgsfaktor. 2013 hat die ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH mit einer quantitativen Auswertung erneut untersucht, inwieweit Sendervielfalt und Sendernutzung auf dem deutschen Medienmarkt zusammenhängen. Gleichzeitig wurde ausgewertet, auf wie viele und welche TV-Sender die Fernsehnutzung der deutschen Zuschauer entfällt.

Das Ergebnis zeigt, dass Zuschauer in Deutschland hauptsächlich etablierte Marken nutzen, trotz eines außerordentlich umfangreichen Angebots von durchschnittlich 79 frei empfangbaren TV-Sendern pro Haushalt. Mit Platz zwei und drei im sogenannten „Relevant Set“ zählen ProSieben und SAT.1 nach wie vor zu den meistgesehenen TV-Kanälen Deutschlands. kabel eins liegt erneut auf Rang acht. sixx schaffte es bereits auf Platz 15. Der im Januar 2013 gestartete Frauensender SAT.1 Gold konnte sich innerhalb weniger Monate unter den Top 40 platzieren.

Top-Ten-Sender im Relevant Set


Image der großen ProSiebenSat.1-Sender. Die ProSiebenSat.1 Group untersucht regelmäßig das Image, die Beliebtheit und Relevanz der großen Free-TV-Sender in Deutschland. Die ProSiebenSat.1-Sender erzielen in der bevölkerungsrepräsentativen Studie aus dem Jahr 2013 folgende Ergebnisse:

  • ProSieben ist der beliebteste und sympathischste Free-TV-Sender, zu dem die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen die höchste emotionale Bindung besitzt. 52 Prozent der Befragten sehen ProSieben sehr gern bis gern. Damit liegt der TV-Kanal vor den öffentlich-rechtlichen Sendern (ZDF: 50 %; ARD: 46 %) sowie dem privaten Marktführer RTL (39 %). Bei der sogenannten „Inselfrage“ werden die Teilnehmer nach dem Sender gefragt, für den sie sich entscheiden würden, wenn sie nur noch einen TV-Kanal empfangen könnten. ProSieben schneidet mit 21 Prozent am besten ab und liegt damit vor RTL (15 %) und ARD (14 %). Die Zuschauer attestieren ProSieben zudem die höchste Kompetenz in den Genres Spielfilm, Serien und Shows am Abend, Mysteryserien, amerikanische und englische Comedy-Serien, Unterhaltung, Comedyshows und Wissensmagazine.
  • SAT.1 wird als moderner, unterhaltsamer Familiensender mit Gefühl eingestuft. Die emotionale Bindung der Zuschauer gegenüber dem Sender ist nach wie vor hoch — SAT.1 befindet sich unter den Top 5 der beliebtesten TV-Kanäle. Die Zuschauer sehen den Sender als Spitzenreiter in den Genres Frühstücksfernsehen und Ermittlerdokus; bei amerikanischen Krimiserien sowie Flirt- und Datingshows rangiert SAT.1 auf Platz 2 hinter RTL. Die besten Ergebnisse aller Privatsender erzielt SAT.1 zudem bei eigenproduzierten Fernsehfilmen.
  • kabel eins gilt unter den Sendern der zweiten Generation als der familienfreundlichste, aber auch spannendste TV-Kanal. Vor allem die jüngere Generation bewertet den Sender positiv. Dabei wird auch honoriert, dass sich das Programmangebot im vergangenen Jahr weiterentwickelt hat. Die meisten Befragten beschreiben kabel eins als unterhaltsamen Sender für die ganze Familie mit guten Mysteryserien und den besten Klassikern.

Ein weiterer Indikator für die Popularität und Qualität unserer Formate sind neben den Ergebnissen aus regelmäßigen Untersuchungen auch Auszeichnungen. 2013 erhielten SAT.1 und ProSieben für ihre Programme und Künstler erneut zahlreiche Preise. Unter den Gewinnern waren die Tanzshow „Got to Dance“ (SAT.1 und ProSieben) sowie das Comedy-Format „Pastewka“ (SAT.1).

ProSiebenSat.1-Programmauszeichnungen 2013

ProSiebenSAT.1
Deutscher Fernsehpreis„Got to Dance" (Beste Unterhaltung Show)Deutscher Fernsehpreis„Got to Dance" (Beste Unterhaltung Show)
Grimme-Preis„switch reloaded - Das große ,Wetten, dass.. ?' Spezial"Bayerischer FernsehpreisRola Bauer für „Die Tore der Welt" (Beste Produzentin)
Deutscher Comedypreis„Circus HalliGalli" (Beste Comedyshow)Bayerischer FernsehpreisJochen Alexander für „Und weg bist Du" (Bester Regisseur)
Deutscher Comedypreis„Die Große TV Total Prunksitzung" (Bestes Comedyevent)Deutscher Comedypreis„Pastewka" (Beste Comedyserie)
Deutscher ComedypreisBastian Pastewka (Bester Schauspieler)
Deutscher Comedypreis„Ladykracher" (Beste Sketchcomedy)
Deutscher ComedypreisMartina Hill (Beste Schauspielerin)

Auch im Digitalbereich verfügt die ProSiebenSat.1 Group über ein Portfolio bekannter Marken. Dazu gehören das Video-on-Demand-Portal maxdome, die Internetplattform MyVideo sowie die Social-TV-Anwendungen „ProSieben Connect“ und „SAT.1 Connect“. Hier spielt die enge Verzahnung von TV- und digitalen Aktivitäten eine wichtige Rolle. Denn neben TV-Quoten und Klickraten stellt die Resonanz in sozialen Netzwerken einen immer wesentlicheren nichtfinanziellen Erfolgsindikator dar.

Alle Facebook-Seiten von ProSiebenSat.1 haben gemeinsam 16 Mio Fans und liegen damit weiterhin deutlich vor ihren privaten Wettbewerbern. Am erfolgreichsten sind die Sender- und Programmseiten von ProSieben sowie des Wissensformats „Galileo“. Das 2013 gestartete ProSieben-Format „Circus HalliGalli“ konnte bis Jahresende rund 850.000 Fans auf Facebook gewinnen. Bei den Facebook-Postings lag die neue TV-Show mit 136.061 Posts in einem von MediaCom ausgewiesenen Ranking auf Platz vier noch vor „Wetten, dass … ?“. Dies ist ein Beleg dafür, dass die Marke ProSieben in der jungen Zielgruppe auch über das klassische Fernsehen hinaus große Strahlkraft hat. In der gleichen Auswertung von MediaCom zählten 2013 gleich sechs ProSieben-Sendungen zu den Top 20 im Social-TV-Ranking. ProSieben ist somit der erfolgreichste deutsche TV-Sender beim direkten Dialog mit der Zielgruppe und erreicht mit 650.000 Followern die meisten Menschen über Twitter. Zum Vergleich: RTL hat 305.000 Follower.

Top 5-Senderseiten in Deutschland bei Facebook



Top 5-Formate der ProSiebenSat.1 Group bei Facebook


Dank einer strategischen Markenführung ist ProSiebenSat.1 eines der erfolgreichsten Medienhäuser Europas. Starke Marken stellen einen wichtigen Wertschöpfungsfaktor für die ProSiebenSat.1 Group dar. So nutzt der Konzern die Popularität und Reichweite seiner TV-Sender gezielt, um in verwandte Bereiche zu expandieren und neue Marken aufzubauen. 2013 lagen die Marketingaufwendungen bei 58,7 Mio Euro (Vorjahr: 44,8 Mio Euro). Die Angaben umfassen alle Aufwendungen im Rahmen der Programm- und Imagekommunikation mit Ausnahme der Marktforschung und PR-Aktivitäten. Die größten Investitionen fielen für Online-Marketingmaßnahmen, Anzeigen im Print-Bereich sowie für Veranstaltungen und Messen an. Die Erhöhung der Marketingaufwendungen im Jahr 2013 geht im Wesentlichen auf den weiteren Ausbau der Digital & Adjacent-Aktivitäten zurück. Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich daran, den Erfolg seiner Medienangebote zu steigern und wird deshalb auch in Zukunft in reichweitenstarke Marketingkampagnen investieren.

Langjährige Lieferantenbeziehungen

Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg der ProSiebenSat.1-Sender bei Zuschauern sind attraktive Programme. Aus diesem Grund pflegt das Unternehmen einen engen Austausch mit nationalen und internationalen Filmstudios sowie Film- und TV-Produzenten, der eine langfristige Programmversorgung der Gruppe sicherstellt. Der Konzern unterhält Vereinbarungen mit nahezu allen großen Hollywood-Studios. Zu den wichtigsten zählen Warner Brothers, CBS, Disney, Paramount und Sony Pictures International. 2013 wurde der Vertrag mit Constantin Film über alle Eigen- und Koproduktionen verlängert. Zudem schloss ProSiebenSat.1 über Constantin Film einen mehrjährigen Vertrag mit dem Hollywood-Studio DreamWorks SKG Studios. Er sichert dem TV-Konzern alle Spielfilme des Hollywood-Majors mit Drehbeginn bis Ende 2016. Darüber hinaus konnte sich die ProSiebenSat.1 Group aufgrund ihrer guten Lieferantenbeziehungen auch für das Video-on-Demand-Portal maxdome attraktive Lizenzrechte sichern. 2013 schloss der Konzern für maxdome unter anderem Verträge mit Sony Pictures International, Twentieth Century Fox, der Tele München Gruppe sowie Warner. Zudem arbeitet ProSiebenSat.1 mit lokalen TV-Produzenten und Kreativpartnern wie dem Holländer John de Mol zusammen, der unter anderem „The Voice of Germany“ entwickelt und an den TV-Konzern lizenziert hat.

Solide Kundenbeziehungen

Werbebudgets werden oftmals sehr kurzfristig vergeben. Maßnahmen zur Kundenbindung haben daher einen hohen Stellenwert für den Konzern. Im deutschen Kernmarkt sind dafür hauptsächlich die regionalen Verkaufsbüros der Vermarktungstochter SevenOne Media zuständig. Intensive und maßgeschneiderte Beratung sowie Serviceleistungen aus Marketing und Forschung sind dabei die tragenden Säulen.

Neben der Pflege des bestehenden Kundenstamms ist das Neukundengeschäft entscheidend für den nachhaltigen Wirtschaftserfolg der ProSiebenSat.1 Group. Dem Werbezeitenvermarkter SevenOne Media sowie der ProSiebenSat.1-Tochter SevenOne AdFactory ist es im Jahr 2013 erneut gelungen, das Neukundengeschäft deutlich auszubauen. Der Brutto-Neukundenumsatz lag bei 54,0 Mio Euro (Vorjahr: 47,3 Mio Euro). SevenOne AdFactory bietet ihren Werbekunden individuelle und crossmediale Marketingkonzepte, die alle Werbeformen und Medienplattformen des Konzerns vom klassischen Sponsoring über Product Placement bis hin zu Online, Mobile und Applikationen wie HbbTV oder Social TV eingebunden werden.

Neukundenumsatz im TV-Werbemarkt


Um die Beziehung zu Zuschauern zu stärken, bietet die ProSiebenSat.1 Group einen umfangreichen Informations- und Auskunftsservice. Die Zuschauerredaktion nimmt Fragen und Anregungen entgegen. In Deutschland verzeichnete die zentrale Zuschauerredaktion für die Free-TV-Sender der ProSiebenSat.1 Group 2013 knapp 116.000 Kontakte (2012: 110.000). Jeder Kontakt wurde einzeln bearbeitet. Am häufigsten stellten die Zuschauer Fragen zum Programm. In der Zuschauerredaktion zeigte sich 2013 eine deutliche Verschiebung von klassischen Kommunikationsmitteln (Brief, Fax, Telefon) hin zu sozialen Netzwerken. 28,3 Prozent aller schriftlichen Kontakte liefen bereits über Facebook (Vorjahr: 11,6 %). Im Zuge dessen gingen auch die Anfragen per E-Mail (-11,6 %) zurück. Kommentare und Anregungen stellen für Redakteure und Programmverantwortliche der ProSiebenSat.1 Group ein wichtiges Feedback dar, da sie zur Optimierung des Programms beitragen.

Forschung und Entwicklung

Die ProSiebenSat.1 Group betreibt intensive Marktforschung in allen Bereichen, die für die Geschäftstätigkeit relevant sind oder in denen das Unternehmen Wachstumspotenzial sieht. Marktforschungsaktivitäten entsprechen jedoch nicht der Definition von Forschung und Entwicklung im engeren Sinne, sodass nähere Angaben nach IAS 38.8 im Lagebericht entfallen.

Intensive Marktforschung und Kreativität sind Wettbewerbsvorteile. Marktanalysen werden als Steuerungsgrößen für die operative und strategische Planung herangezogen. Gleichzeitig sind Marktdaten und Analysen eine wichtige Grundlage für die kompetente Beratung unserer Werbekunden. Die Ausgaben für die konzernweiten Marktforschungsaktivitäten in den fortgeführten Geschäften beliefen sich 2013 auf 7,2 Mio Euro (Vorjahr: 6,0 Mio Euro).

Bei ProSiebenSat.1 arbeiten 35 Mitarbeiter in verschiedenen Research-Units. Sie erstellen Untersuchungen und Analysen zur Werbewirkung, zu Trends im Werbemarkt sowie zur Mediennutzung und werten außerdem Konjunktur- und Werbemarktprognosen aus. Im Jahr 2013 hat SevenOne Media mit dem Analyse-Tool „ROI-Analyzer“ die finanziellen Auswirkungen der TV-Werbung von 84 Marken untersucht. Ein durchschnittlicher Long-Term-ROI von 2,2 (Zusatzumsatz, der durch Netto-TV-Werbeinvestitionen über längere Perioden hinaus erzielt wird) belegt, dass sich Werbeinvestitionen in das Medium TV langfristig auszahlen. Mit seinen Studien liefert das Unternehmen Werbungtreibenden wertvolle Erkenntnisse für die Marketing- und Werbeplanung, die eine wichtige Basis für Investitionsentscheidungen darstellen.

Neue, erfolgversprechende Formate schnell umzusetzen, ist für die ProSiebenSat.1 Group enorm wichtig. Deshalb kommt der Programmforschung eine entscheidende Rolle zu — und zwar bereits in der Phase der Formatentwicklung. Das Team erstellt quantitative sowie qualitative Studien und Analysen zu den Programmen der ProSiebenSat.1-Sender. Zudem testet die Unit neue Formate mithilfe von Umfragen und Publikumsvorführungen und spielt die Resultate an die Redaktionen zurück. Durch die Ergebnisse aus der Marktforschung können wir Formate bereits in der Entstehungsphase anpassen und damit die Anzahl der erfolgreichen Sendungen erhöhen.

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Als Unternehmen der TV-Branche zählt ProSiebenSat.1 nicht zu den klassisch produzierenden Branchen mit einem hohen Verbrauch an fossilen Brenn- und Rohstoffen sowie international komplexen Lieferantenketten. Dennoch agiert auch die ProSiebenSat.1 Group in einem Marktumfeld, das von knapper werdenden Ressourcen und steigendem Kostendruck geprägt ist. Nachhaltiges Wirtschaften und der schonende Einsatz von Rohstoffen sind deshalb ein wichtiger Garant für den künftigen Unternehmenserfolg.

Der größte Energiebedarf resultiert bei ProSiebenSat.1 aus der Produktion von TV-Inhalten sowie der Verbreitung der Fernsehsender. Das Unternehmen hat seine Stromversorgung am Standort München/Unterföhring deshalb bereits zum 1. Januar 2012 auf regenerative Quellen umgestellt. Für grünen Strom bringt der Konzern seither Mehrkosten von rund 40.000 Euro pro Jahr auf. Dadurch kann die Fernsehgruppe ihre CO2-Emissionen deutlich verringern: Gegenüber dem Referenzwert aus dem Jahr 2011 fiel der CO2-Ausstoß sowohl 2012 als auch 2013 um rund 8.000 Tonnen geringer aus. Der radioaktive Abfall lag in beiden Jahren um elf Kilogramm unter dem Vergleichswert von 2011. Damit leistet ProSiebenSat.1 einen wertvollen ökologischen Beitrag. Zusätzlich informiert der Konzern seine Angestellten im Intranet unter dem Motto „Green World“ über Möglichkeiten, wie Mitarbeiter im Büroalltag die Umwelt schützen können, beispielsweise durch den bewussten Umgang mit Strom und Papier.

Medienunternehmen mit hoher gesellschaftlicher Verantwortung. Die ProSiebenSat.1 Group erreicht mit ihren TV-Sendern in Deutschland, Österreich und der Schweiz täglich rund 42 Mio TV-Haushalte. Die über TV-Sender, Internet-Plattformen und mobile Angebote verbreiteten Inhalte wirken sich unmittelbar auf die Meinungsbildung von Zuschauern und Nutzern aus. Die ProSiebenSat.1 Group stellt sich dieser Verantwortung sowohl in ihrer Berichterstattung als auch über ihr umfassendes gesellschaftliches Engagement. Wir verstehen die Reichweite und Popularität unserer Medien als Chance, gerade junge Menschen für wichtige Themen wie Umweltschutz, Toleranz oder Politik zu begeistern und relevante Werte zu vermitteln. Auf diese Weise leisten wir mit unseren Medienangeboten einen aktiven Beitrag zur Stärkung der demokratischen Gesellschaft in Deutschland.

Engagement kontinuierlich ausgebaut. Seit der Gründung der ProSiebenSat.1 Group hat das gesellschaftliche Engagement kontinuierlich an Relevanz gewonnen und der Konzern rief zahlreiche Projekte ins Leben: 2001 beispielsweise gründete ProSiebenSat.1 gemeinsam mit anderen Unternehmen die Initiative „startsocial — Hilfe für Helfer“, 2003 folgte die Spendenaktion „RED NOSE DAY“. Da sich nachhaltiges Handeln und gesellschaftliches Engagement für die ProSiebenSat.1 Group immer stärker auch auf den Unternehmenserfolg auswirken, hat der Konzern 2011 einen Beirat gegründet und seine Corporate-Social-Responsibility-Aktivitäten damit in einen größeren gesellschaftlichen Kontext gestellt. Seither berät ein interdisziplinär besetztes Gremium unter dem Vorsitz des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber die ProSiebenSat.1 Group in gesellschafts- und medienpolitischen sowie ethischen Fragen. Der Beirat liefert zudem Anregungen zu den Medienangeboten des Konzerns. Im Vordergrund stehen die Bereiche, die für die ProSiebenSat.1 Group und die Gesellschaft in Zukunft entscheidende Bedeutung haben werden: Forschung, Ökologie und Nachhaltigkeit, Politik, Jugend und Soziales, Kunst, Kultur und Sport. Neben Dr. Edmund Stoiber setzt sich der Beirat aus folgenden Mitgliedern zusammen:

  • Minu Barati-Fischer, Produzentin und Autorin
  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, Präsident der Technischen Universität München
  • Dr. Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung
  • Prof. Dr. Dieter Kronzucker, Journalist
  • Prof. Markus Lüpertz, Maler
  • Dr. Christine Theiss, Ärztin, Kickbox-Weltmeisterin
  • Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor IASS, Institute for Advanced Sustainability
    Studies e. V., Bundesminister a. D.
  • Bodo Hombach, ehemaliger Verlagsmanager und Politiker

Bodo Hombach gehört dem Gremium seit dem 3. Dezember 2013 an.

Im Geschäftsjahr 2013 traf sich der Beirat zu vier Sitzungen. An diesen Terminen nahmen die Vorstände und weitere Entscheidungsträger der ProSiebenSat.1 Group teil. Hauptthema der Beiratssitzungen war das politische Engagement der Sendergruppe im Bundestagswahljahr 2013. Das Gremium hatte der ProSiebenSat.1 Group zuvor empfohlen, sich mithilfe ihrer Medienreichweite insbesondere in der Politikvermittlung bei jungen Menschen zu engagieren, da Privatsendern wie SAT.1 oder ProSieben hier eine entscheidende Rolle zukommt. Sie erreichen seit vielen Jahren deutlich mehr junge Zuschauer als die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender aus dem Verbund von ARD und ZDF.

Marktanteile TV-Sender bei jungen Zuschauern


Die Sendergruppe hat ihre Berichterstattung zu politischen Themen in den vergangenen Jahren deshalb kontinuierlich ausgebaut, etwa 2012 mit der Einführung des ProSieben-Polittalks „Absolute Mehrheit — Meinung muss sich wieder lohnen“. 2013 setzte der Konzern seinen Fokus auf die zielgruppengerechte Berichterstattung zur Bundestagswahl. In enger Abstimmung mit dem Beirat erarbeitete die ProSiebenSat.1 Group geeignete Konzepte, um insbesondere bei jungen Menschen das Interesse an Politik und Demokratie zu wecken und sie damit zur aktiven Ausübung ihres Stimmrechts bei der Bundestagswahl 2013 zu bewegen.

Umfangreiche Nichtwählerstudie durchgeführt. Als Grundlage ihres Engagements veröffentlichte die ProSiebenSat.1 Group in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa im Februar 2013 die repräsentative Studie „Wähler und Nichtwähler im Wahljahr 2013“. Für die Studie wurden insgesamt 2.013 Personen befragt. Mit der Erhebung sollten die Ursachen für die sinkende Wahlbeteiligung bei den deutschen Bundestagswahlen in den vorangegangenen Jahren untersucht sowie eine Prognose für die Wahl 2013 erstellt werden. Der Studie zufolge hätte die Wahlbeteiligung auf unter 70 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland sinken können. Weitere zentrale Ergebnisse der Studie waren:

  • Viele Nichtwähler haben zur Sprache der Politik keinen Zugang. Nur 29 Prozent der befragten Nichtwähler verstehen die Aussagen der Politiker. Die Berichterstattung der Medien wird hingegen von der Mehrheit der Nichtwähler (76 %) verstanden. Folglich können Medien hier eine kommunikative Vermittlerrolle wahrnehmen.
  • Viele Nichtwähler sind durchaus politisch interessiert. Das Interesse ist bei den Unentschlossenen und Nichtwählern zwar niedriger als bei den Wählern, aber mit 59 Prozent geben deutlich mehr als die Hälfte der befragten Nichtwähler an, sich mit deutscher Politik zu beschäftigen. Das fehlende Wahlengagement ist demnach nicht etwa die Folge eines grundsätzlich mangelnden Politikinteresses.
  • Bislang gibt es keine große Zahl von dauerhaften Nichtwählern. Die meisten Nichtwähler verstehen sich als „Wähler auf Urlaub“, die für den politischen Diskurs und die aktive Beteiligung an der Demokratie zurückgewonnen werden können. So gaben beispielsweise jeweils über die Hälfte der befragten Nichtwähler an, an der letzten Kommunal- und Landtagswahl teilgenommen zu haben.
  • Bei vielen Nichtwählern ist eine große Distanz zum politischen System zu erkennen. So schätzen beispielsweise nur 48 Prozent der Nichtwähler die Bedeutung von Wahlen hoch ein und halten es für wichtig, dass möglichst viele Bürger wählen gehen. Diese Distanz ist ein Resultat der Entfremdung zwischen Politik und Bevölkerung, die mithilfe der Medien reduziert werden kann.
  • 85 Prozent der befragten Nichtwähler sind mit der praktizierten Politik unzufrieden. Hierbei werden vor allem die Auswirkungen der Politik auf das persönliche Leben sowie die Kommunikation politischer Inhalte als Kritikpunkte genannt.

Symposium zur Wählermobilisierung veranstaltet. Am 27. Juni 2013 veranstaltete die ProSiebenSat.1 Media AG in Berlin ein „Symposium zur Wählermobilisierung“. In der Hauptstadt stellte der Konzern die Studienergebnisse vor Publikum aus dem politischen Umfeld sowie Journalisten vor. Unter den Rednern und Panelteilnehmern waren neben Dr. Edmund Stoiber, Beiratsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, renommierte Gäste wie Franz Müntefering, Bundesminister a.D., und Forsa-Geschäftsführer Prof. Manfred Güllner. Ziel war es, die Untersuchung einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und in einer gemeinsamen Diskussion Handlungsempfehlungen für Politik und Medien abzuleiten, die dem Negativtrend bei der Wahlbeteiligung entgegenwirken. An dem Symposium in der Hertie School of Governance nahmen rund 300 Personen teil.

Politische Programme zur Bundestagswahl verdoppelt. Für die ProSiebenSat.1 Group stellten die Ergebnisse der Forsa-Studie den Ausgangspunkt für die Entwicklung ihrer Programme sowie einer Kampagne zur Bundestagswahl 2013 dar. Wesentlich war hier vor allem der Aspekt, dass in der Kommunikation zwischen Politik und Wählern oftmals ein sprachliches Vermittlungsproblem besteht und Bürger die individuellen Auswirkungen von Politik auf ihr Leben nicht erkennen können. Dies eröffnet der ProSiebenSat.1 Group zahlreiche Handlungsmöglichkeiten: Der Konzern kennt die Lebenswelten und Bedürfnisse junger Zuschauer und ist dadurch in der Lage, politische Inhalte zielgruppengerecht aufzubereiten und zwischen Politik und jungen Wählern zu vermitteln. Ein Beispiel dafür ist das ProSieben-Format „Task Force Berlin“, in dem der Rapper Gentleman deutsche Politiker interviewt. Die Sendung wurde im Vorfeld der Bundestagswahl ausgestrahlt und belegt, dass politische Inhalte seriös und zugleich unterhaltsam vermittelt werden können. Dies trifft auch auf die medienübergreifende Kampagne „Geh wählen!“ zu, in der Prominente zur Wahl aufrufen.

2013 zeigte die ProSiebenSat.1 Group zwölf TV-Formate, die sich mit der Bundestagswahl beschäftigten. Damit verdoppelte der Konzern die Anzahl der politischen Programme gegenüber der Bundestagswahl 2009. Darüber hinaus berichtete die Gruppe in ihren Nachrichtensendungen und Magazinen ausführlich über politische Themen.

Politikformate erzielen positive Resonanz im Zuschauermarkt: Die ProSiebenSat.1 Group erzielte mit ihren Sonderprogrammen zur Bundestagswahl 2013 eine erfolgreiche Resonanz im Zuschauermarkt, insbesondere bei jungen Zuschauern. Der Sender ProSieben erzielte mit seinen Politikformaten einen durchschnittlichen Marktanteil von 15,0 Prozent und erreichte damit mehr junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren als alle übrigen TV-Sender gemeinsam. Die „TV total Bundestagswahl 2013“ auf ProSieben war mit einem Marktanteil von 19,1 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen erneut die erfolgreichste politische Sendung zur Bundestagswahl. Das auf Anregung des Beirats entwickelte Format „Task Force Berlin“ erzielte Marktanteile von bis zu 17,0 Prozent bei den 14- bis 29-Jährigen. Zudem steigerte Stefan Raab mit seinem ersten Auftritt als Moderator die Reichweite des TV-Duells bei den jungen Zuschauern: 12,0 Prozent der 14- bis 29-Jährigen verfolgten den verbalen Schlagabtausch zwischen den Kanzlerkandidaten auf ProSieben, in SAT.1 waren es vier Jahre zuvor 3,7 Prozent.

Marktanteile der Politikformate auf ProSieben


Zweite Forsa-Studie belegt Beitrag von ProSiebenSat.1 zur Wählermobilisierung. Ähnlich erfolgreich war der Konzern mit seiner Kampagne „Geh wählen!“ im Fernsehen und im Internet. Die Homepage www.deine-stimme-kann-mehr.de verzeichnete 1 Mio Seitenaufrufe. Darüber hinaus haben User bei der viralen #millionshouts-Aktion via Facebook und Twitter mit über 21 Mio Shouts dazu aufgerufen, zur Wahl zu gehen. Begleitend zur Kampagne führte ProSiebenSat.1 zusammen mit Forsa eine Befragung von Wahlberechtigten zwischen 18 und 49 Jahren in Deutschland durch. Kurz nach der Wahl gaben über 72 Prozent der Erstwähler zwischen 18 und 22 Jahren sowie knapp zwei Drittel der Jungwähler zwischen 18 und 29 Jahren an, dass sie mit der „Geh wählen!“-Kampagne in Kontakt waren. Über 81 Prozent der Kampagnen-Kenner stimmten der Aussage zu, dass die „Geh wählen!“-Kampagne gut dazu geeignet ist, auf die Bundestagswahl aufmerksam zu machen. Knapp 72 Prozent waren der Meinung, dass die Kampagne Menschen in ihrer Ansicht bestärken kann, an der Bundestagswahl teilzunehmen. Bei den Kennern der Kampagne zwischen 18 und 49 Jahren war die Wahlbeteiligung um knapp zehn Prozent höher als bei den Nicht-Kennern. Ein ähnlicher Effekt zeigte sich auch bei den Jungwählern.

Die ProSiebenSat.1 Group hat sich 2013 neben dem Einsatz zur Wählermobilisierung in zahlreichen weiteren Projekten engagiert und setzte ihre langjährigen Initiativen wie die „Green Seven Week“, den „Tolerance Day“ oder den RED NOSE DAY fort.

Unabhängigkeit und Transparenz

Transparenz und Unabhängigkeit sind nicht nur für unsere Unternehmensführung wichtige Werte, sie stellen für uns insbesondere als publizierendes Unternehmen einen hohen Stellenwert dar.

  • Transparenz: Vertrauensvolle Beziehungen zu Journalisten und Finanzanalysten sind von erheblichem Wert. Unsere Medienpräsenz fördert die Bekanntheit unserer Marken und prägt die gesellschaftliche Reputation. Unsere Public- und Investor-Relations-Arbeit ist nach den Transparenzrichtlinien des Deutschen Corporate Governance Kodex ausgerichtet. Wir verfolgen demnach eine umfassende, zeitnahe und offene Kommunikation mit Journalisten, Investoren und Analysten. Die Gleichbehandlung aller Marktakteure ist dabei von großer Bedeutung. Auf unserer Unternehmenswebsite www.ProSiebenSat1.com stellen wir ausführliche Informationen rund um unsere Geschäftsaktivitäten, die ProSiebenSat.1-Aktie und Finanzergebnisse in deutscher und englischer Sprache zur Verfügung.
  • Journalistische Unabhängigkeit: Zur Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit sowie grundlegender publizistischer Bestimmungen hat die ProSiebenSat.1 Group bereits 2005 einen Leitkatalog formuliert, dem alle Programmschaffenden des Unternehmens in Deutschland verpflichtet sind. Die „Leitlinien zur Sicherung der journalistischen Unabhängigkeit“ sind auf der Unternehmenswebsite einsehbar. Die Journalisten der Mediengruppe sind in der Gestaltung ihrer Beiträge grundsätzlich frei und berichten unabhängig von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder politischen Interessensgruppen.

Jugendschutz: In den besonderen Verantwortungsbereich des Unternehmens fällt zudem das Thema Jugendschutz. Fachlich weisungsfreie Jugendschutzbeauftragte sorgen in der ProSiebenSat.1 Group für altersgerechte Angebote zu den gesetzlich vorgegebenen Sendezeiten. Die Jugendschützer bei ProSiebenSat.1 werden frühzeitig in die Produktion und den Einkauf von Programmen eingebunden. Sie beurteilen bereits im Vorfeld Drehbücher, begleiten Produktionen und erstellen Gutachten. Unabhängig davon erhalten TV- und Onlineredakteure der ProSiebenSat.1 Group regelmäßig Schulungen zu den Jugendschutzbestimmungen. Die ProSiebenSat.1 Group ist außerdem im Vorstand der FSF (Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V.) vertreten. Die FSF ist eine Selbstkontrolleinrichtung der privaten Fernsehsender und von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) als eigenständiges Aufsichtsorgan anerkannt.

Auch Internetangebote müssen diverse Auflagen erfüllen, um Jugendschutzbestimmungen zu entsprechen. Die ProSiebenSat.1 Group ist deshalb im Vorstand der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e. V. (FSM) vertreten. Außerdem hat sich der Konzern Anfang 2013 als einer der größten Anbieter von Online-Spielen in Europa der Vereinigung Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) angeschlossen.