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Prognosebericht

Gesamtaussage zur künftigen Entwicklung aus Sicht der Unternehmensleitung

Für die ProSiebenSat.1 Group markierte 2013 erneut ein Jahr des profitablen Wachstums. Auch in das Jahr 2014 sind wir erfolgreich gestartet: Unsere Umsätze im Kerngeschäft werbefinanziertes Fernsehen sowie in unseren strategischen Wachstumsbereichen entwickeln sich planmäßig, so dass wir für 2014 mit einer deutlichen Steigerung des Konzernumsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich rechnen. Im Zeitraum bis 2015 dürfte sich das Umsatzwachstum auf Gruppenebene mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich bewegen. Das recurring EBITDA dürfte im mittleren einstelligen, der bereinigte Konzernüberschuss im hohen einstelligen Prozentbereich steigen. Wir gehen davon aus, dass erneut alle Segmente zum Umsatz- und Ergebnisanstieg beitragen werden.

Unser profitables Wachstum verdanken wir der konsequenten Vernetzung unserer TV-Aktivitäten mit dem digitalen Bereich. Diese Strategie ist die Grundlage unserer Vision eines integrierten Broadcasting, Digital Entertainment und Commerce Powerhouse. ProSiebenSat.1 wird seine Umsatzperspektiven im Kerngeschäft TV daher auch in Zukunft nutzen. Wir wollen die führende Position sowohl im Zuschauer- als auch im Werbemarkt zumindest beibehalten oder leicht verbessern. Zugleich treiben wir die dynamische Entwicklung in den Segmenten Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales konsequent voran. Bis 2018 rechnen wir für den Konzern mit einer Umsatzsteigerung von einer Milliarde Euro im Vergleich zu 2012. Das Segment Digital & Adjacent soll dann 25 bis 30 Prozent zum Konzernumsatz beitragen. Wir verfügen über eine starke finanzielle Basis und werden unsere Aktionäre auch künftig adäquat am Unternehmenserfolg beteiligen. Gleichzeitig halten wir am definierten Verschuldungsgrad-Zielkorridor von 1,5 bis 2,5 fest.

Chancenbericht

Erfolgreiches unternehmerisches Handeln besteht aus zwei Elementen: einem bewussten Umgang mit Risiken sowie einer konsequenten Nutzung von Chancen auf zusätzliche Umsatz- und Ertragspotenziale. Die frühzeitige Identifizierung und fundierte Analyse von Wachstumsperspektiven sind daher eine wesentliche Managementaufgaben bei ProSiebenSat.1.

Das Management von Chancen ist in der ProSiebenSat.1 Group zentral organisiert und wird von der Abteilung „Strategy & Operations“ gesteuert. Die Abteilung identifiziert Wachstumspotenziale auf Basis detaillierter Markt- und Wettbewerbsanalysen und steht in engem Austausch mit den operativen Einheiten und deren Geschäftsführern. Die identifizierten Erfolgsfaktoren und möglichen Synergiepotenziale werden im Strategieplan zusammengefasst und fließen im Rahmen der jährlichen Strategieklausur in den Entscheidungsprozess ein. Dabei werden relevante Chancen priorisiert und strategische Ziele abgeleitet. Das Chancenmanagement ist Bestandteil des unternehmensinternen Steuerungssystems. Es ist an die Budgeterstellung gekoppelt und wird sowohl in die Zwölf-Monats- als auch in die Mehrjahresplanung einbezogen.

    Chancen für unsere Gruppe ergeben sich im Wesentlichen aus

  • der Entwicklung der Rahmenbedingungen,
  • unternehmensstrategischen Entscheidungen sowie
  • der leistungswirtschaftlichen Performance des Konzerns.

Die wichtigsten Chancen aus diesen Kategorien werden nachfolgend erläutert. Dabei handelt es sich zum einen um Chancen, deren Eintrittswahrscheinlichkeit wir als so hoch betrachten, dass wir sie bereits in unseren Ausblick für 2014 und in die mittelfristigen Ziele bis 2018 aufgenommen haben. Zum anderen berichten wir an dieser Stelle über zusätzliche Chancen, definiert als mögliche künftige Entwicklungen oder Ereignisse, die zu einer für das Unternehmen positiven Prognose- bzw. Zielabweichung führen können und bislang nicht budgetiert sind.

Überblick Chancen

Budgetierte WachstumspotenzialeZusätzliche Chancen
Entwicklung der Rahmenbedingungen> TV ist Leitmedium, Internet und TV ergänzen sich wechselseitig
> Steigende Marktdurchdringung von Pay-TV, Video-on-Demand und HD-Fernsehen
> Konjunkturelle, regulatorische oder technologische Rahmenbedingungen verändern sich schneller oder günstiger als budgetiert
Unternehmensstrategische Entscheidungen> Wertschöpfung durch Diversifizierung und insbesondere Digitalisierung> Erweiterung des Senderportfolios
Leistungswirtschaftliche Performance des Konzerns> Adäquates Preis-Leistungsverhältnis für unsere Zuschauerquoten
> Kosteneffizienz und Synergiepotenziale

Zusätzliche Chancen

Makroökonomische Faktoren wie die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts oder der private Konsum haben einen wesentlichen Einfluss auf das Investitionsverhalten der Werbewirtschaft. Dies gilt sowohl für unser TV- als auch unser Online-Werbegeschäft. Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen, die besser als ursprünglich prognostiziert ausfallen, könnten die Buchungen der werbungtreibenden Wirtschaft erhöhen und somit unser Umsatz- und Ergebniswachstum treiben. Sollte insbesondere der deutsche TV-Werbemarkt stärker als angenommen wachsen, könnte dies positive Auswirkungen auf die Zielerreichung der ProSiebenSat.1 Group für 2014 und bis 2018 haben. Derzeit prognostizieren die Institute ein Wachstum der deutschen Wirtschaftsleistung von bis zu knapp unter zwei Prozent (ifo Institut). Der deutsche TV-Werbemarkt soll 2014 um rund drei Prozent netto zulegen. Für 2014 rechnen wir in unserem Kernmarkt ebenfalls mit einem Wachstum der Netto-TV-Werbeinvestitionen im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Neben zusätzlichen Wachstumsperspektiven aus dem Konjunkturumfeld könnten sich durch die Erweiterung der Senderfamilie Potenziale ergeben, die bislang nicht Teil unserer Planung waren. Dies umfasst sowohl die Gründung neuer TV-Sender in Deutschland als auch ihre Expansion nach Österreich oder in die Schweiz. 2013 hat die ProSiebenSat.1 Group in Deutschland mit SAT.1 Gold und ProSieben MAXX zwei neue TV-Sender gegründet. Damit erschließt sich der Konzern neue Zielgruppen im Zuschauer- und TV-Werbemarkt.

Fernsehen hat in den vergangenen Jahren durch technische Neuerungen wie großformatige Flatscreens sowie HD- und internetfähige Fernsehgeräte weiter an Attraktivität gewonnen. Technologische Innovationen eröffnen der ProSiebenSat.1 Group unter anderem bei der Distribution ihrer HD-Sender Wachstumschancen. HD-Fernsehen gewinnt zunehmend an Popularität und hat inzwischen eine kritische Masse erreicht: Laut einer Mediennutzungsstudie von SevenOne Media verfügen 58 Prozent der Befragten über ein HD-fähiges Fernsehgerät. Das Marktforschungsinstitut TNS Infratest geht für die Jahre 2013 bis 2018 davon aus, dass sich die Anzahl der HD-Haushalte in Deutschland auf 20 Mio verdoppeln wird. Sollte die HDHighDefinition (HD) Bezeichnet hochauflösende Bewegtbildinhalte in Abgrenzung zur Standardauflösung (SD). HD-Inhalte werden vorwiegend über das Fernsehen, BluRays und das Internet verbreitet. Im Fernsehen werden die Standards 720p, 1080i und 1080p verwendet. Im Internet werden HD-Inhalte gestreamt (z. B. auf Youtube) oder in verschiedenen Dateiformaten (z. B. avi, mp4, mkv, mov) und diversen Spezifikationen verbreitet. Man spricht von nativem HD, wenn von Beginn an mit HD-Geräten produziert wurde und die Inhalte nicht hochskaliert werden müssen, um sie in HD auszustrahlen. Die Übertragung von HD-Inhalten zwischen Geräten erfolgt mittels HDMI und kann gegen Kopiervorgänge geschützt werden (HDCP). Auch der HD-Standard befindet sich in der Weiterentwicklung.-Verbreitung schneller als von ProSiebenSat.1 angenommen wachsen, würde sich dies positiv auf die Zielerreichung der ProSiebenSat.1 Group auswirken und zu einem über der Prognose liegenden Umsatz- und Ergebnisbeitrag führen.

HD-Verbreitung in Deutschland


Zusätzlich zur fortschreitenden Digitalisierung bieten Liberalisierungen im regulatorischen Umfeld Wachstumsperspektiven, die bislang nicht in unserem Budget reflektiert werden. Während die TV-Branche einen dynamischen Veränderungsprozess durchläuft, ist der deutsche Fernsehmarkt vergleichsweise stark reguliert. Neue Umsatzquellen könnten sich für ProSiebenSat.1 aus einem Werbeverbot für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ergeben. Das zusätzliche Marktvolumen für private TV-Anbieter könnte sich bis 2018 auf bis zu 50 Mio Euro belaufen. Durch eine Änderung im Rundfunkstaatsvertrag trat bereits Anfang 2013 ein Sponsoring-Verbot in Kraft, das an Werktagen nach 20.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit Ausnahme von großen Sportereignissen gilt. Die Rundfunkkommission der Länder verhandelt vor dem Hintergrund der aktuellen Gebührenentwicklung derzeit über Anpassungen. Daran anschließend soll auch über die Frage eines generellen Werbeverbots sowie weitere strukturelle Modifikationen entschieden werden.

Chancen aus der Entwicklung der Rahmenbedingungen

Fernsehen gehört weiterhin zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Das zeigen aktuelle Ergebnisse der Studienreihe „Mediennutzung“ des ProSiebenSat.1-Werbezeitenvermarkters SevenOne Media. Im Durchschnitt verbringen 14- bis 49-Jährige rund zehn Stunden (594 Minuten) pro Tag mit dem Konsum von Medien. Die große Mehrheit davon entfällt mit 35 Prozent auf das Leitmedium TV, es folgen Radio (23 %) und Internet (19 %).

  • Fernsehen: Die Dauer der täglichen Nutzung ist im Vergleich zum Vorjahr auf hohem Niveau stabil: Mit durchschnittlich 205 Minuten pro Tag ist Fernsehen weiterhin das mit Abstand wichtigste und am längsten genutzte Medium. Knapp drei Viertel aller Deutschen sehen sogar täglich fern (73,1 %). Entsprechend hoch ist die Verbreitung: In nahezu allen Haushalten (95,8 %) ist ein TV-Gerät Standard. Fernsehen wird als einzigem klassischen Medium auch in Zukunft Wachstumspotenzial attestiert: 37 Prozent der Deutschen glauben, dass TV an Bedeutung gewinnen wird, wobei die Wachstumserwartungen bei den Jüngeren (14 bis 29 Jahre) am höchsten sind (46 %).
  • Internet und Games: Auch das Internet erzielt mit einer Verbreitungsquote von 93,8 Prozent eine sehr hohe Abdeckung in deutschen Haushalten. Internet ist Haupttreiber der Gesamtnutzungsdauer und hält seinen Anteil am Gesamt-Mediennutzungsbudget seit 2010 bei rund einem Fünftel. Dies entspricht durchschnittlich 115 Minuten pro Tag. Zudem ergab die Studienreihe, dass bereits zwei Drittel der Befragten TV und Internet parallel nutzen, Smartphone- Besitzer am häufigsten (77 %). Auch PC- und Video-Games haben inzwischen einen relevanten Anteil an der Mediennutzung erreicht. Die durchschnittliche Nutzungsdauer von Games ist inzwischen auf 47 Minuten pro Tag gestiegen.

Parallelnutzung von TV und Internet


  • Print: Während TV und Internet von den Veränderungen in der Mediennutzung profitieren, sind die Print-Medien in den vergangenen Jahren unter Substitutionsdruck geraten. Seit 2002 ging die tägliche Nutzungsdauer von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern um rund ein Drittel auf 64 Minuten pro Tag zurück (2012: 60 Minuten).

Die anhaltende Popularität von TV bietet der ProSiebenSat.1 Group auch in Zukunft zahlreiche Chancen, da Fernsehen stärker als jedes andere klassische Medium von der Digitalisierung profitiert. TV weist gegenüber Print eine deutlich stärkere Online-Affinität auf. Im Fernsehen als auch im Internet ist Bewegtbild der zentrale Treiber. In den kommenden Jahren wird der Bedarf an mediengerechten Bewegtbildinhalten deshalb weiter steigen. Bei der Online-Nutzung entfallen rund 13 Minuten pro Tag auf den Konsum von Internet-Videos. Zwei Drittel der Smartphone-Nutzer sowie drei Viertel der Tablet-Nutzer sehen sich zusätzlich zur klassischen TV-Nutzung Bewegtbildinhalte auf ihren tragbaren Geräten an, sodass dies nicht zu einem Kannibalisierungseffekt mit TV führt. Die ProSiebenSat.1 Group verfügt über ein umfangreiches Portfolio an Programmrechten mit 13.000 Stunden an Eigen- und Auftragsproduktionen sowie 50.000 Stunden an US-Lizenzprogrammen. Dies bietet dem Konzern zum einen die Möglichkeit, seinen Programmbestand effizient über die verschiedenen TV-Sender auszuwerten. Zum anderen kann die Gruppe mit Premiuminhalten im Internet neue Zielgruppen und Nutzungsgewohnheiten bedienen. Dies ist ein strategischer Vorteil gegenüber reinen Internet-Anbietern, die über Distributionswege, nicht aber über eigene Inhalte verfügen.

Darüber hinaus hat die ProSiebenSat.1 Group in den vergangenen Jahren ein Medienportfolio aufgebaut, das durch die enge Vernetzung von TV und Online sowohl lineare als auch non-lineare Nutzungsformen bedient. Kernstück sind die erfolgreichen TV-Sender, die von zahlreichen digitalen Angeboten flankiert werden. Ausgehend vom Leitmedium TV werden Inhalte bereits während der Entwicklung und Produktion auf die Nutzungsgewohnheiten der Zuschauer sowie Stärken der einzelnen Kanäle ausgerichtet, um zusätzliche Inhalte für die einzelnen Medien zu produzieren. Durch umfangreiche Angebote wie Backstage-Informationen, exklusive Video-Clips, Social-TV-Angebote, Episoden-Guides oder Darstellerporträts verlängert der Konzern seine TV-Inhalte in das Internet und stärkt damit die Bindung zwischen Konsumenten und Inhalten.

Dabei profitiert der Konzern davon, dass sein Medienportfolio verschiedene Erlösmodelle abbildet. Während die Gruppe mit Internet-Seiten und Video-Portalen Umsätze über klassische Online-Werbeerlöse generiert, basieren die Einnahmen bei den Basic-Pay-TV-Sendern sowie dem Video-on- Demand-Portal maxdome auf Gebühren für Abonnements oder Einzelabrufe. Die Bereitschaft, für TV- und Online-Inhalte zu bezahlen, nimmt kontinuierlich zu: Laut der Studienreihe „Mobile Barometer“ von SevenOne Media sind unter 30-Jährige und vornehmlich männliche User zunehmend bereit, für Mehrwerte wie TV-Live-Streams oder Inhalte in HD-Qualität ein Entgelt zu entrichten. Darüber hinaus wird in den kommenden Jahren für das Pay-Video-on-Demand-Geschäft (Pay-VoD), zu dem auch die ProSiebenSat.1-Plattform maxdome zählt, eine dynamische Entwicklung erwartet: Bis 2018 soll der Pay-VoD-Markt um jährlich durchschnittlich 20 Prozent auf 480 Mio Euro wachsen. Die Umsätze im Video-Gesamtmarkt, der unter anderem auch den DVD- und Blue-Ray-Verkauf sowie den klassischen Videoverleih umfasst, beliefen sich 2012 auf rund drei Millarden Euro. Es ist davon auszugehen, dass sich Marktanteile künftig verstärkt in den Bereich der digitalen Plattformen verschieben werden. Davon würde das ProSiebenSat.1-Portal maxdome stark profitieren und dem Konzern hohes Wachstumspotenzial bieten. maxdome ist mit rund 60.000 Titeln und einen Marktanteil von 36 Prozent Marktführer in Deutschland. Bereits heute ist die Online-Videothek auf mehr als 80 Prozent aller neuen Smart-TV-Geräte direkt abrufbar. Dieser Anteil soll in den nächsten fünf Jahren auf 90 Prozent steigen. Wir haben in den vergangenen Jahren Verträge mit allen großen Herstellern über die Integration des Dienstes auf den jeweiligen Geräten geschlossen. Zudem haben wir eine eigene App für Apple iOS gelauncht, die für Smartphone und Tablet zur Verfügung steht. Auch über das Android-Betriebssystem ist maxdome verfügbar. 2014 wird sich die ProSiebenSat.1 Group darauf fokussieren, die mobile Distribution von maxdome zu stärken. Dazu hat der Konzern Anfang 2014 bereits einen Vertrag über die Verbreitung auf der IPTV-PlattformIPTV Steht für Internet Protocol Television (IPTV). Filme und Fernsehen werden hier über das Internet übertragen und im Gegensatz zu klassischem Rundfunk nicht über Kabel oder Satellit. IPTV ist weder ein Standard noch ein Konzept und damit nur ein Gattungsbegriff, der in sehr vielen unterschiedlichen Ausprägungen anzutreffen ist. T-Entertain abgeschlossen.

Unternehmensstrategische Chancen

Die ProSiebenSat.1 Group ist unter Europäischen Medienkonzernen Vorreiter und Marktführer im Digitalbereich. Um diese starke Position weiter zu festigen, wird das Unternehmen die Vernetzung seiner klassischen TV-Aktivitäten mit den Geschäftsfeldern im Digitalbereich auch in Zukunft forcieren und in dynamisch wachsende Märkte investieren. Wesentliche Wachstumsfelder haben wir im Bereich Digital Commerce identifiziert, dort legen wir unseren Fokus auf Branchen, die auf einen Massenmarkt abzielen und eine hohe TV-Affinität haben. Auf Basis dieser Strategie haben wir 2013 unser bestehendes Reiseportfolio mit digitalen Portalen ergänzt und bilden nun den gesamten Zyklus der Reisebuchung von Flug, Hotel über Mietwagen und Klimadaten vor Ort ab. Rund 40 Prozent der Reisebuchungen werden heute bereits über Online- Portale abgewickelt. Dieser Anteil dürfte sich in den kommenden Jahren dynamisch entwickeln und der ProSiebenSat.1 Group attraktive Wachstumschancen bieten. Deshalb wird der Konzern weitere Digital-Commerce-Portfolios in den Bereichen Fashion sowie Home & Living aufbauen. Für den digitalen Handel werden starke Wachstumsaussichten prognostiziert: Bis 2018 soll das E-Commerce-Geschäft in Deutschland jährlich um 12 Prozent zulegen. Auch hier ist davon auszugehen, dass sich Marktanteile aus dem klassischen Handel in den digitalen Bereich verschieben werden, sodass der Markt 2018 ein Umsatzvolumen von knapp 430 Mio Euro umfassen könnte. Über die strategischen Beteiligungen hinaus haben wir unsere Wertschöpfungskette 2013 auch durch die Gründung mehrerer Start-up-Unternehmen wie das Tierbedarfs-Portal Petobel über unseren Inkubator EPIC Companies erweitert. Ziel ist es, auch über das Inkubator- Modell E-Commerce-Portale aufzubauen und an deren Wachstum zu partizipieren.

Reiseportfolio der ProSiebenSat.1 Group


Leistungswirtschaftliche Chancen

Chancen aus dem operativen Geschäft ergeben sich insbesondere aus der Möglichkeit, unsere Quotenerfolge hinreichend zu kapitalisieren und zusätzliche Umsatzerlöse auf Basis innovativer Vermarktungskonzepte zu generieren. Die größten Wachstumsmöglichkeiten resultieren aus der führenden Position im TV-Werbemarkt , indem ProSiebenSat.1 die Zuschauermarktanteile seiner TV-Sender weiter steigert und durch eine entsprechende Preispolitik auch zukünftig adäquate Verkaufspreise für die hochwertige Medialeistung erzielt.

Die ProSiebenSat.1 Group erschließt sich verwandte Geschäftsfelder wie Online Games, Mobile oder Music, indem sie eigene Produkte ebenfalls über ihre reichweitenstarken Free-TV-Sender vermarktet. Auf Basis dieser Strategie hat das Unternehmen seit 2010 unter anderem ein attraktives Ventures-Portfolio mit über 50 Partnerschaften und strategischen Beteiligungen aufgebaut. Mit ihren innovativen Vermarktungsmodellen Media-for-Revenue-ShareMedia-for-Revenue-Share/Media-for-Equity Beschreibt ein von der ProSiebenSat.1 Group eingeführtes Geschäftsmodell, bei dem Start-Up-Unternehmen Werbezeit gegen eine Umsatzbeteiligung (Revenue Share) und/oder Unternehmensbeteiligung (Equity) erhalten. sowie Media-for-EquityMedia-for-Revenue-Share/Media-for-Equity Beschreibt ein von der ProSiebenSat.1 Group eingeführtes Geschäftsmodell, bei dem Start-Up-Unternehmen Werbezeit gegen eine Umsatzbeteiligung (Revenue Share) und/oder Unternehmensbeteiligung (Equity) erhalten. stellt die ProSiebenSat.1 Group ausgewählten Start-up-Unternehmen Werbezeiten ihrer TV-Sender zur Verfügung und erhält im Gegenzug eine Umsatz- und/oder Unternehmensbeteiligung. Durch dieses spezielle Vermarktungskonzept kann der Konzern freie Werbezeiten kapitalisieren und die Verwertung des Mediainventars optimieren. Zudem bietet dieses Modell die Chance, in neue Geschäftsfelder und Märkte vorzustoßen, ohne dass sich Risiken bei den Beteiligungen finanziell unmittelbar auf den Konzern auswirken können.

Neben Wachstumsperspektiven aus dem operativen Geschäft resultieren leistungswirtschaftliche Chancen aus Maßnahmen zur Kostenoptimierung. Die Implementierung effizienter Prozesse und Strukturen sowie die Identifizierung von Synergieeffekten zwischen den einzelnen Bereichen bilden eine wesentliche Grundlage für die nachhaltige Steigerung unserer Ertragskraft. Im Rahmen des Kostenmanagements prüft die Gruppe daher auf kontinuierlicher Basis die gesamte Wertschöpfungskette und bezieht zukünftige Ereignisse so weit wie möglich in die Kostenplanung ein.

Künftige wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Nachdem die Weltwirtschaft 2012 und 2013 um real plus 3,1 sowie 3,0 Prozent gewachsen ist, geht der Internationale Währungsfonds (IWF) in den kommenden Jahren von einer weiteren Belebung aus. Grund hierfür ist vor allem die anziehende Konjunkturdynamik in den Industrieländern, für die der IWF im Jahr 2014 eine Steigerung der Wirtschaftsleistung von 2,2 Prozent (2013: + 1,3 %) prognostiziert. Global wird eine Steigerungsrate von 3,7 Prozent erwartet.

In der Eurozone zeigten sich seit Mitte 2013 Anzeichen für ein Ende der Rezession. Das Gesamtjahr wird im Vergleich zum Vorjahr zwar immer noch mit einem Minus von etwa 0,4 Prozent abschließen. Allerdings ist 2014 mit einer leichten Belebung der Investitionstätigkeit und Exporte zur rechnen. Auch die Binnennachfrage könnte sich geringfügig erhöhen. Der IWF prognostiziert für das laufende Jahr ein reales Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent in der Eurozone.

Für die Konjunktur in Deutschland ist 2014 mit einer deutlichen Belebung zu rechnen. Das sich aufhellende Weltwirtschaftsklima und die Stabilisierung innerhalb der Eurozone sollten die Exporttätigkeit weiter beleben. Gleichzeitig bleibt das inländische Konsumklima bei guten Arbeitsmarktdaten und voraussichtlich steigenden Einkommen freundlich. Die Prognosen für das Realwachstum 2014 liegen derzeit zwischen 1,5 Prozent (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) und 1,9 Prozent (ifo Institut).

Da es sich bei Werbeausgaben um Investitionen von Unternehmen handelt, steht die Entwicklung der Werbemärkte in enger Beziehung zur derzeitigen und zukünftig erwarteten allgemeinen Wirtschaftslage. Entwickelt sich die Wirtschaft positiv, sind Firmen und Verbraucher eher bereit, zusätzliches Geld in Werbung bzw. in Konsum zu investieren als in konjunkturell schwachen Phasen. Das Jahr 2013 schloss mit einem relativ geringen Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent ab. Gleichzeitig ging der Netto-Werbemarkt nach der Prognose des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) um minus 1,4 Prozent zurück. Der TV-Markt dagegen zeigte einen gegenläufigen Trend: Das World Advertising Research Center (WARC) prognostiziert für 2013 ein Plus von 1,1 Prozent (2014: +3,2 %) bei den TV-Netto-Werbeeinnahmen. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass der Konjunktureffekt von den strukturellen Veränderungen im Mediasplit, nämlich der Abkehr von Print-Werbeträgern hin zu TV, überlagert wird. Da Fernsehen im Jahr 2014 sowohl mit konjunktureller Unterstützung als auch mit weiteren Zugewinnen im Media-Mix rechnen kann, sind die Aussichten für den TV-Werbemarkt insgesamt positiv.

Auch für Österreich und die Schweiz, den beiden internationalen TV-Märkten der ProSiebenSat.1 Group, sind die Werbemarktprognosen positiv, wie folgende Darstellungen zeigen:

Prognosen für das reale Bruttoinlandsprodukt in den für ProSiebenSat.1 wichtigen Ländern



Erwartete Entwicklung des Gesamtwerbemarktes in den für ProSiebenSat.1 wichtigen Ländern



Erwartete Entwicklung des TV-Werbemarktes in den für ProSiebenSat.1 wichtigen Ländern



Unternehmensausblick

Grundlagen für unsere Prognose

Dank eines positiven konjunkturellen Umfelds sind auch die Aussichten für den deutschen Werbemarkt weiterhin optimistisch: Die Agenturgruppe ZenithOptimedia sowie das World Advertising Research Center (WARC) prognostizieren für 2014 ein Netto-Wachstum von rund drei Prozent für den deutschen TV-Werbemarkt. Die ProSiebenSat.1 Group rechnet für das Jahr 2014 ebenfalls mit einem Nettowachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die ProSiebenSat.1 Group hat 2013 rund 63 Prozent ihres Umsatzes durch die Vermarktung klassischer TV-Werbung in Deutschland erzielt. Die Entwicklung des TV-Werbemarktes stellt deshalb unsere wichtigste Planungsprämisse dar.

Die ProSiebenSat.1 Group hat mit einem Großteil ihrer Werbekunden Rahmenvereinbarungen über Abnahmemengen und Konditionen geschlossen. Das endgültige Budgetvolumen wird allerdings teilweise erst auf Monatssicht bestätigt, da sich das Preisniveau unter anderem nach aktuellen Zuschauerquoten richtet. Die Werbewirtschaft agiert nicht nur sehr kurzfristig, sondern reagiert auch äußerst sensibel auf positive wie negative konjunkturelle Veränderungen. Im vorliegenden Unternehmensausblick kann daher lediglich eine qualitative Prognose für die relevanten Finanzkennzahlen des Zeitraums 2014 bis 2015 gegeben werden. Die nachfolgend beschriebenen qualitativen Ausprägungen „leichter Anstieg“, „mittlerer einstelliger Anstieg“, „mittlerer bis hoher einstelliger Anstieg“, „hoher einstelliger Anstieg“, „deutlicher Anstieg“ basieren auf erwarteten prozentualen Abweichungen gegenüber dem jeweiligen Vorjahr. Eine weitere Konkretisierung oder Quantifizierung ist angesichts der branchenspezifisch begrenzten Visibilität zum derzeitigen Zeitpunkt nicht möglich.

Erwartete Umsatz- und Ergebnisentwicklung des Konzerns sowie der Segmente

Wir sind positiv in das Geschäftsjahr 2014 gestartet und haben weiter von einem günstigen Konjunkturklima profitiert. Unsere Umsätze im Kerngeschäft werbefinanziertes Fernsehen sowie in unseren strategischen Wachstumsbereichen entwickeln sich planmäßig, so dass wir für 2014 mit einer deutlichen Steigerung des Konzernumsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich rechnen. Im Jahr 2015 dürften die Gruppenumsätze ebenfalls mindestens im mittleren einstelligen Prozentbereich ansteigen.

Die Erweiterung unserer Wertschöpfungskette ist Teil unserer Wachstumsstrategie. Im TV-Kerngeschäft wird die ProSiebenSat.1 Group von dem im Jahr 2013 erfolgten Ausbau des Senderportfolios profitieren, das Distributionsgeschäft dürfte sich weiterhin dynamisch entwickeln. Darüber hinaus werden wir in den Segmenten Digital & Adjacent sowie Content Production & Global Sales nicht nur organisch wachsen, sondern unsere Wettbewerbsposition auch durch strategische Investitionen weiter stärken. Dem damit verbundenen Kostenanstieg steht ein weiteres Umsatzwachstum gegenüber, so dass wir für das recurring EBITDA einen Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich erwarten. Im Vergleich zu den relevanten europäischen Vergleichsunternehmen dürften wir weiterhin ein überdurchschnittliches Margenniveau erzielen. Für den bereinigten Konzernüberschuss rechnen wir für die Jahre 2014 und 2015 mit einem Anstieg im hohen einstelligen Prozentbereich.

Erwartete Konzern-Kennzahlen auf Zweijahressicht

in Mio Euro2013Prognosen1 2014 und 2015
Umsatz2.605,3mittlerer bis hoher einstelliger Anstieg
Recurring EBITDA790,3mittlerer einstelliger Anstieg
Bereinigter Konzernüberschuss379,7hoher einstelliger Anstieg
Verschuldungsgrad2Faktor 1,82Faktor 1,5 - 2,5

Mit unserer Strategie haben wir die Weichen für nachhaltig profitables Wachstum gestellt. Im Jahr 2013 haben wir unsere Erlöse in allen Segmenten gesteigert und erneut eine hohe Ertragskraft erzielt. Auch im Zeitraum 2014 bis 2015 wird unser Umsatzwachstum das Fundament für einen fortschreitenden Ergebnisanstieg bilden. Bis 2015 rechnen wir auf Basis fortgeführter Aktivitäten mit einer Umsatzsteigerung von mindestens 800 Mio Euro gegenüber 2010. Ursprünglich hatte der Konzern bis 2015 einen Umsatzanstieg von mindestens 600 Mio Euro im Vergleich zum Jahr 2010 prognostiziert. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen insbesondere der Digital & Adjacent-Aktivitäten haben wir unser 2015er-Wachstumsziel im Oktober 2013 jedoch um 200 Mio Euro angehoben: Zusätzliches Umsatzpotenzial erwarten wir vor allem aus den Bereichen Digital & Adjacent (+175 Mio Euro) sowie Content Production & Global Sales (+25 Mio Euro). Zeitgleich haben wir unsere Planungsziele bis 2018 bekannt gegeben.

Bis 2018 rechnen wir auf Gruppenebene mit einem Umsatzwachstum von einer Milliarde Euro im Vergleich zum Jahr 2012. Wir gehen davon aus, im Jahr 2018 über 40 Prozent unseres Konzernumsatzes außerhalb der klassischen TV-Werberlöse zu erzielen. Der Bereich Digital & Adjacent soll mittelfristig 25 bis 30 Prozent zum Konzernumsatz beitragen. In der Vernetzung des reichweitenstarken TV-Angebots mit der dynamisch wachsenden Digitalindustrie hat der Konzern die größten Potenziale identifiziert. Damit diversifiziert der Konzern seine Geschäftsfelder und erschließt sich neue, vom konjunktursensitiven Werbemarkt unabhängige Erlösquellen.

Wachstumsziele 2018

Wachstumsziele 2018

Wachstumsziele 2018

  • Segment Broadcasting German-speaking: Angesichts des positiven Jahresauftaktes und den optimistischen Konjunkturaussichten rechnen wir mit einer weiteren Umsatzsteigerung im deutschen Markt. Wir haben unseren Planungsannahmen für das Jahr 2014 ein Netto-Wachstum des deutschen TV-Werbemarktes im niedrigen einstelligen Prozentbereich zugrunde gelegt und gehen davon aus, in etwa auf Marktniveau zu wachsen. Die Netto-Preise für TV-Werbung sollten sich zumindest stabil entwickeln bzw. leicht steigen.

    Im Jahr 2013 hat der Konzern mit SAT.1 Gold und ProSieben MAXX zwei neue Free-TV-Sender gestartet und seine Marktführerschaft im deutschen TV-Markt weiter ausgebaut. Für die Jahre 2014 und 2015 plant der Konzern, seine führende Position sowohl im Zuschauer- als auch im Werbemarkt zumindest beizubehalten oder leicht zu verbessern. Zusätzlich hat die ProSiebenSat.1 Group mit der Distribution ihrer HD-Sender auch innerhalb des Kerngeschäfts ein dynamisch wachsendes Geschäftsfeld aufgebaut. Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, unser profitables Wachstum im Segment Broadcasting German-speaking fortzusetzen und rechnen in den kommenden beiden Jahren mit einem leichten Anstieg von Umsatz und recurring EBITDA.
  • Segment Digital & Adjacent: Die Erfolge des Jahres 2013 bestätigen unsere Digitalstrategie. Wir werden unser dynamisches Wachstum im Segment Digital & Adjacent weiterführen und planen für die Jahre 2014 und 2015 erneut mit zweistelligen Steigerungsraten. Aufgrund der divergierenden Geschäftsmodelle fallen die recurring EBITDA-Margen des Digital & Adjacent-Segments mit erwartungsgemäß rund 20 Prozent etwas niedriger aus als im TV-Kerngeschäft. Die größten Wachstumschancen sehen wir in den Bereichen Digital Commerce sowie im Bereich Digital Entertainment im Home Entertainment sowie der Online-Video-Werbung. 2014 und 2015 werden wir unsere gute Wettbewerbsposition sowohl durch organisches Wachstum als auch durch Akquisitionen weiter stärken.
  • Segment Content Production & Global Sales: Auch im Segment Content Production & Global Sales wollen wir unsere dynamische Entwicklung in den kommenden beiden Jahren fortführen. Nach einer intensiven Expansionsphase, in der wir uns in wichtigen TV-Märkten wie den USA und Großbritannien etabliert haben, lag unser Fokus im Berichtsjahr 2013 auf der Konsolidierung unserer Beteiligungen sowie organischem Wachstum. Daran knüpfen wir 2014 an und forcieren die Realisierung von Synergien und Skaleneffekten zwischen den einzelnen Tochterunternehmen. Gleichzeitig werden wir die Anzahl unserer strategischen Partnerschaften erweitern und Chancen auf strategisch sinnvolle Zukäufe nutzen.

Erwartete Segment-Kennzahlen Auf Zweijahressicht

in Mio Euro2013Prognosen1 2014 und 2015
Externer UmsatzRecurring EBITDAUmsatzRecurring EBITDA
Broadcasting German-speaking1.997,8678,6Leichter AnstiegLeichter Anstieg
Digital & Adjacent483,7105,4Deutlicher AnstiegDeutlicher Anstieg
Content Production & Global Sales123,810,6Deutlicher AnstiegDeutlicher Anstieg

Künftige Finanz- und Vermögenslage

Wir beteiligen unsere Aktionäre angemessen am Unternehmenserfolg. Wir beabsichtigen, unsere Dividendenpolitik fortzusetzen und jährlich eine Dividende von 80 bis 90 Prozent bezogen auf den bereinigten Konzernjahresüberschuss auszuschütten. Für 2013 werden wir eine Dividende in Höhe von 1,47 Euro je dividendenberechtigter Namens-Stammaktie vorschlagen. Dies entspricht einer Ausschüttung von voraussichtlich 313,2 Mio Euro bzw. 82,5 Prozent des bereinigten Konzernjahresüberschusses. Daraus ergibt sich eine attraktive Dividendenrendite von 4,1 Prozent, bezogen auf den Schlusskurs zum Jahresende 2013. Wir verfolgen auch künftig eine ertragsorientierte Dividendenpolitik und halten zugleich an unserem definierten VerschuldungsgradVerschuldungsgrad (Leverage-Faktor) Gibt an, wie hoch die Netto-Finanzverschuldung in Relation zum recurring EBITDA der letzten zwölf Monate ist.-Zielkorridor von 1,5 bis 2,5 fest. Am Jahresende 2013 betrug der Verschuldungsgrad aus fortgeführten Aktivitäten den Faktor 1,8.

Für das Jahr 2012 wurden 5,65 Euro je dividendenberechtigter Inhaber-Vorzugsaktie und 5,63 Euro je dividendenberechtigter Namens-Stammaktie ausgezahlt. Insgesamt belief sich die Dividendensumme auf 1,201 Mrd Euro. Nach erfolgreichem Vollzug des Verkaufs der nordeuropäischen Aktivitäten im April 2013 hat die ProSiebenSat.1 Group die Verkaufserlöse teilweise in das operative Geschäft der Gruppe reinvestiert. Der operative Cashflow stand vor diesem Hintergrund in größerem Umfang für andere Zwecke wie die Dividendenausschüttung zur Verfügung.

Einen Teil aus dem Veräußerungserlös des Nordeuropa-Portfolios hat die ProSiebenSat.1 Group auch dazu genutzt, Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 500,0 Mio Euro zurückzuführen. Das Unternehmen hat im Jahr 2013 jedoch nicht nur Darlehen getilgt, sondern zugleich den verbleibenden Teil ihrer endfälligen Darlehen sowie die revolvierende Kreditfazilität bis Juli 2018 verlängert.

Der Konzern verfügt mit einer Eigenkapitalquote von 16,4 Prozent zum 31. Dezember 2013 über eine solide Bilanzstruktur, wenngleich sich die Eigenkapitalbasis im Zuge der Dividendenausschüttung zum Jahresende reduziert hat. Aufgrund der prognostizierten Ergebnissteigerung rechnen wir mit einer Eigenkapitalquote von rund 20 Prozent bis zum Jahresende 2014. Die erwartete operative Performance dürfte sich auch auf unsere Liquiditätsausstattung und unseren Free Cashflow vor M&A-Aktivitäten positiv auswirken. Aus heutiger Sicht ist für 2014 und 2015 ausreichend Finanzierungsspielraum und Liquidität für Investitionen sowie Dividendenzahlungen gegeben. Der Großteil unserer Investitionen fließt mit 800 bis 900 Mio Euro auch künftig in das Programmvermögen des Segments Broadcasting German-speaking. Einen zweiten Schwerpunkt bildet das Segment Digital & Adjacent. Investitionen werden hier insbesondere auf Akquisitionen und immaterielle Vermögenswerte entfallen. Dazu zählen neben weiteren Beteiligungen auch Media-for-Equity-Geschäfte.

Die ProSiebenSat.1 Group investiert durch den Ausbau strategisch relevanter Bereiche in ihr künftiges Wachstum. Wir haben in den vergangenen Jahren unseren Fuß frühzeitig in Märkte gesetzt, die langfristig starkes Umsatzpotenzial bieten. Dazu gehören das E-Commerce-Geschäft sowie der Markt für Online-Video-Werbung und Digital Home Entertainment. Hier haben wir in den vergangenen Jahren mit Nachdruck eigene Marken aufgebaut. Davon werden wir in den nächsten Jahren profitieren.

Anmerkung zu den vorausschauenden Aussagen zur künftigen Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

Unsere Prognose basiert auf aktuellen Einschätzungen zukünftiger Entwicklungen. Risiken und Unsicherheiten, die diese Prognose belasten können, sind zum Beispiel eine Verlangsamung der Konjunkturerholung, ein Rückgang der Werbeinvestitionen, steigende Kosten der Programmbeschaffung, Veränderungen der Wechselkurse oder Zinssätze, negative Quotentrends oder gar eine dauerhafte Veränderung des Mediennutzungsverhaltens, Änderungen von Gesetzen oder regulatorischen Bestimmungen und medienpolitische Richtlinien. Weitere Unsicherheitsfaktoren werden im Risikobericht beschrieben. Sollte eine oder gar mehrere dieser Unwägbarkeiten eintreten oder sollten die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen nicht eintreffen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den getroffenen Aussagen oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergebnissen abweichen.